Samstag, 4. März 2017

Schlecht integiert

Die 1,5 Millionen in Deutschland lebenden Türken gehören zu den am wenigsten integrierten Bevölkerungsgruppen. Trotz einer fast 60-jährigen Tradition türkischer Einwanderung ist die soziale Situation ernüchternd. 

Gut ein Fünftel aller türkischen Staatsbürger in der Bundesrepublik lebt von Sozialhilfe (Hartz IV), die Arbeitslosigkeit ist mit 16,4 Prozent so hoch wie bei keiner anderen Einwander-Nationalität aus der "Gastarbeiter"-Ära. Das statistische Armutsrisiko dürfte bei rund 25 Prozent liegen, in dem Bereich verortet das IW Köln die Kaufkraftarmut von Menschen mit Migrationshintergrund. 

Dass Migranten-Arbeitslosigkeit kein unentrinnbares Schicksal ist, zeigen die Arbeitslosenquote von Ost- und Südeuropäern. Ungarn in der Bundesrepublik sind statistisch weniger oft auf Stellensuche als Deutsche, und auch bei Griechen, Portugiesen und Spaniern liegen die Arbeitslosenzahlen nur wenig über denen deutscher Staatsbürger. 




Quelle: Bundesagentur für Arbeit (Stand März 2017)

Umgekehrt lässt die Beschäftigungssituation sehr zu wünschen übrig. Zwar haben viele Türken ein kleines Gewerbe und liefern damit einen wichtigen Beitrag zur Infrastruktur der Städte, doch die Integration durch Arbeit in Firmen und Institutionen ist gering ausgeprägt.

Die Quote der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Türken liegt mit 52 Prozent deutlich unter der von Deutschen (67 Prozent) und auch Südeuropäern (57 Prozent). Die Integrationsprobleme der Türken beginnen aber bereits in der Schule. Das Statistische Bundesamt stellt dazu fest:
"Der Bildungserfolg der Menschen mit Migrationshintergrund und ihre Integration in den Arbeitsmarkt variieren teilweise sehr deutlich je nach Herkunftsland. So hatten zum Beispiel 88% der 25 bis 35 Jahre alten Personen mit chinesischen Wurzeln Abitur, aber nur 16% der Personen mit türkischen Wurzeln."
Der Zuzug der Türken - der größten ausländischen Bevölkerung in der Bundesrepublik - ist in vieler Hinsicht ein Beispiel dafür, wie Migration nicht laufen sollte, und wie Integration scheitern kann

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