Mittwoch, 22. März 2017

Mehr als eine Momentaufnahme

Sieht man von Volkswagen mit seiner ungewissen Zukunft ab, hat dieses Jahr kein Unternehmen die Dividende so stark angehoben wie Adidas. Der Sportartikler aus Herzogenaurach packt gleich 0,40 Euro drauf und erhöht die Ausschüttung 2017 um 25 Prozent.

Doch solche Anhebungen von einem Jahr aufs nächste sind Momentaufnahmen. Viel interessanter ist zu sehen, welche Firmen über einen langen Zeitraum die beste Dividendendynamik haben.

Man sollte sich zum Beispiel die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre anschauen: 2007 war das letzte Jahr vor der Finanzkrise. Ein Unternehmen, dessen Ausschüttung heute viel höher liegt als damals, muss ziemlich robust sein. Das gilt umso mehr, wenn es die Dividende in diesem langen Zeitraum kein einziges mal senken musste.


Aktien mit der höchsten Ausschüttungsdynamik in Prozent
Dunkelblau: Dax-Firmen ohne eine einzige Senkung der Gewinnbeteiligung seit 2007
Quelle: Eigene Recherche

Auch auf Zehnjahressicht liegt Adidas vorn, übertroffen nur von den Bayerischen Motoren Werken BMW, die es auf eine Steigerung von 400 Prozent brachten. Gab es auf die BMW-Stämme 2007 noch 0,70 Euro Dividende, so werden es dieses Jahr 3,50 Euro sein.

Allerdings hat die BMW-Dividendenstory einen Schönheitsfehler. In den Krisenjahren 2008 und 2009 gab es mit 0,30 Euro nur Mager-Kost als Ausschüttung. Ähnliches gilt für Adidas (Zehn-Jahres-Steigerung 376 Prozent): Im Jahr 2010 musste die Dividende gekappt werden, auf 0,35 Euro.

Mit Fresenius, Henkel, SAP, Bayer, Siemens und Linde folgen jedoch sechs Dax-Konzerne, die ihre Ausschüttung seit 2007 verdoppeln konnten und zusätzlich nie einen Ausfall oder eine Senkung verkünden mussten.

Das bedeutet zehn Jahre laufende Erträge mit Steigerung, in einer Zeit, in der die Zinsen immer weiter abgeschmiert sind. Solche Titel sollte man Hurra-Aktien nennen


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