Freitag, 17. Februar 2017

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Die Allianz SE erhöht die Dividende auf 7,60 Euro pro Aktie. Damit wird Deutschlands fünftgrößter Börsenkonzern eine Rekordsumme von 3.473 Millionen Dollar ausschütten. Doch wem kommt der Geldsegen eigentlich zugute?


Eine fast tadellose Dividendenhistorie
Quelle: Bloomberg, Unternehmensangaben

Das Unternehmen zählt 510.917 Aktionäre in der Bundesrepublik. Diese halbe Million Menschen und Institutionen besitzen zusammen rund 33,8 Prozent des Allianz-Grundkapitals und haben Anspruch auf einen entsprechenden Anteil des ausgezahlten Gewinns. 


Aktionärsstruktur Allianz SE nach Ländern Stand 2016
Quelle: Unternehmensangaben

Adressen in den USA halten 18 Prozent des Grundkapitals. Allerdings sind dies nur 398 Personen und Organisationen. Weitere je 7,8 Prozent liegen in Großbritannien und Luxemburg. Auch hier sind es nur wenige Stellen.

Das bedeutet, dass jeder deutsche Aktionär im Schnitt zivile 2.300 Euro erhält, bei der einzelnen Adresse in Amerika rappeln dagegen fast 1,6 Millionen Euro in der Kasse. Ähnliches gilt für die Luxemburger Adressen
Jeder der dort ansässigen 193 Anteilseigner erhält am Tag der Ausschüttung rechnerisch 1,4 Millionen. 


Quelle: eigene Berechnungen auf Basis von Unternehmensangaben und einer vorgeschlagenen Dividende von 7,60 Euro


Schlimm? Im Prinzip nicht, in New York und Luxemburg sitzen eben die großen Fonds, an denen wiederum viele Privatanleger beteiligt sind, auch deutsche.

So ist der größte Anteilseigner der Allianz inzwischen BlackRock. Der New Yorker Finanzkonzern hält 5,9 Prozent an dem Versicherer. BlackRock ist auch Großaktionär bei SAP (5,1 Prozent), Daimler (5,2 Prozent), Siemens (5,6 Prozent) und Bayer (7,0 Prozent).

Langfristig kann aus einer solchen Ballung von Stimmrechten bei einer Adressen eine Gefahr für den Kapitalismus erwachsen. Mögliche Kumpaneien von Großaktionär, Aufsichtsrat und Vorstand muss man im Auge behalten

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