Samstag, 17. September 2016

Wie der Staat das Wiesn-Bier verteuert

O'zapft is! Neben viel Gaudi bringt das Oktoberfest dieses Jahr einen Rekord, allerdings einen wenig erfreulichen. Wie schon in den Vorjahren werden die Oktoberfest-Besucher feststellen, dass das Bier auf der Theresienwiese so teuer ist wie nie zuvor.

Bis zu 10,70 Euro pro Maß (Liter) kostet das Brauereiprodukt, im billigsten Zelt sind es 10,40 Euro. Zur Erinnerung: Vor zehn Jahren gab es den Liter noch für 6,95 Euro.

Im Schnitt hat sich Bier auf der Wiesn 2016 um drei Prozent verteuert, um mehr als das siebenfache der Inflation (zuletzt 0,4 Prozent).


Quelle: UniCredit Bank, eigene Recherche

Über die Gründe für die rasante Teuerung habe ich schon vor einem Jahr Überlegungen angestellt. Damals schrieb ich:
Unter dem Strich ist es eben so, dass die Wiesn ein besonderes Erlebnis ist. Da fällt ein Aufschlag von 30 Cent je Liter kaum ins Gewicht. Wer eine Reise nach München macht, um im Hofbräuhaus-Festzelt oder in der Paulaner-Festhalle zu schunkeln, achtet ebenso wenig auf den Euro wie der Apple-Fanboy, wenn er sich das nächste iPhone zulegt.
Davon abgesehen werden die administrativen Kosten sowie die höheren Ausgaben für Sicherheit als Ursachen der Wiesn-Inflation angeführt, Faktoren, die umso mehr greifen, als die Oligopol-Struktur des Marktes (wenige ausgewählte Brauereien teilen sich das Wiesn-Geschäft) kein Ausweichen auf andere Anbieter oder Produkte erlaubt.

Der Staat dürfte aber noch in anderer Hinsicht für die Preisexplosion auf der Theresienwiese mit verantwortlich sein.

Eine gewisse Rolle spielen kapitalkräftige Firmen, die das Volksfest als Business-Event nutzen, dorthin Geschäftsfreunde einladen und die Ausgaben als Werbungskosten absetzen können.

So subventioniert der Staat den Wiesn-Preishammer ein Stück weit mit

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen