Montag, 26. September 2016

Keine Rente ohne Dividente

Das englische Wort "income" hat eine schöne Doppelbedeutung. Es steht nicht nur für Einkommen, sondern auch für Dividende. Und tatsächlich ist die Dividende zu einem wichtigen Bestandteil des Zusatz-Einkommens geworden. Kapitalerträge? Ja, bitte!

Da der Zins seinen Dienst wohl auch künftig versagt (in Europa ist weit und breit kein Grund für steigende Sätze auszumachen), werden die Ausschüttungen einen immer wichtigeren Teil des Einkommensstroms bilden, vor allem in der Rente.

Aktien sind der heimliche heilige Gral der privaten Vorsorge. Und im Gegenteil zu Zinspapieren können Dividendenpapiere im Lauf der Jahre sogar noch rentabler, hochprozentiger werden.

Nachdem drei Viertel des Geschäftsjahres um sind, erlauben die Analysten-Schätzungen einen einigermaßen realistischen Ausblick auf das Dividendenjahr 2017. Ich persönlich würde die Erwartungen etwas nach unten schrauben, aber die Branchenexperten können auf starke deutsche Exportzahlen und einen bombastischen Ifo-Index vom September verweisen.


Erhöhung der Ausschüttung im Jahr 2017 nach Schätzungen von Herbst 2016
Quelle: Commerzbank

Demnach werden 23 der 30 Dax-Konzerne ihre Ausschüttung 2017 anheben, sechs Firmen werden sie auf dem aktuellen Niveau halten und ein Unglücklicher wird sie senken.

Die größte Steigerung gibt es bei Adidas, dem Comeback-Kid des Jahres, und bei ThyssenKrupp. Beide ihre Dividende den Prognosen zufolge um ein Drittel verbessern.

Auf Basis der jetzigen Kurse wird der Sportartikler 2017 eine Dividendenrendite von 1,3 Prozent abwerfen, der Stahl- und Technologiekonzern eine von 0,9 Prozent.

Höhere Renditen gibt es bei Vonovia. Das Immobilienunternehmen kann seine Ausschüttung im kommenden Jahr aller Voraussicht nach um 18 Prozent auf 1,11 Euro erhöhen.

Da läuft auf eine kommode Dividendenrendite von 3,2 Prozent hinaus.

Zweistellige Steigerungen erwarten die Analytiker auch bei HeidelbergCement, Merck KGaA, Continental, Deutsche Post, ProSiebenSat.1, Fresenius Medical Care (FMC) und Infineon. Der nicht gewichtete Dax-Dividenden-Durchschnitt liegt auf Basis der aktuellen Kurse bei 2,7 Prozent.


Dividendenrenditen der Firmen mit Dividendensteigerungen von 2016 auf 2017
Quelle: Commerzbank

Dividendenprotze im Dax bleiben jedoch die Versicherer Allianz und Munich Re sowie Daimler, die es alle auf eine Rendite von fünf Prozent oder mehr bringen. Neu dazugestellt hat sich der TV-Konzern ProSiebenSat.1, der gemessen an der jetzigen Börsennotiz mit einer Ausschüttung von mehr als fünf Prozent lockt.

BMW soll den Schätzungen zufolge 4,4 Prozent zahlen, die BASF vier Prozent und die Deutsche Telekom 3,9  Prozent, Möge die Weltkonjunktur mit uns sein! Und die Fed ebenfalls!

Ach ja, der Unglücksrabe des Kapitalismus, der seinen Aktionären als einziger überhaupt nichts ausschüttet, ist und bleibt die Deutsche Bank



Verlässliche Dividendenzahler mit Renditen über drei Prozent
Quelle: Commerzbank



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