Samstag, 24. September 2016

Jobmotor Einzelhandel

Einzelhandelskauffrau und Einzelhandelskaufmann ist der beliebteste Ausbildungsberuf in Deutschland. Nicht ohne Grund. Den Schreckensnachrichten von Karstadt über Schlecker bis hin zu Kaiser's Tengelmann zum Trotz war die Branche in den letzten Jahren ein wahrer Jobmotor.


Quelle: Bundesagentur für Arbeit


Die Zahl der Beschäftigten im Einzelhandel ist von 2008 bis 2015 um insgesamt 312.000 Stellen gewachsen. Das entspricht einer Zunahme um 15,3 Prozent. Die Gesamtbeschäftigung in Deutschland hat sich im gleichen Zeitraum um 13,4 Prozent erhöht. Das heißt, dass in Kaufhäusern, Boutiquen, Geschäften und Läden aller Art mehr Jobs entstanden sind als im Durchschnitt des Arbeitsmarkts. Konsum boomt.

Zuletzt waren im deutschen Einzelhandel rund 2,4 Millionen Menschen beschäftigt. Damit betrug ihr Anteil an den Beschäftigten insgesamt 7,5 Prozent. 

Auch die Qualität der Arbeit hat sich gebessert. Der Anteil der geringfügig Beschäftigten war mit 919.000 im Einzelhandel sehr hoch. Allerdings ist die Quote der Minijobber an den Arbeitnehmern in der Branche in den vergangenen sieben Jahren beinahe kontinuierlich zurückgegangen. Zuletzt betrug der Anteil 39 Prozent. Das ist immer noch viel, aber im Jahr 2008 waren es noch 46 Prozent.




Quelle: Bundesagentur für Arbeit


Interessant ist folgendes Faktum: Die absolute Zahl der geringfügig Beschäftigten im Einzelhandel ist heute niedriger als vor sieben Jahren. Das heißt, dass unter dem Strich vor allem reguläre Jobs entstanden sind.

Im Sommer 2016 suchten in Deutschland 311.000 Menschen mit einem Handel- oder Verkaufsberuf einen Job. Darunter waren mehr als zwei Drittel, nämlich 210.000 Arbeitssuchende, Frauen.

Das Monatseinkommen von Verkäuferinnen und Verkäufern im Einzelhandel mit einer 37,5-Stunden-Woche und dreijähriger Ausbildung liegt laut Tarifabschluss NRW bei 1900 bis 2423 Euro. Allerdings unterliegen nur 35 Prozent der Beschäftigten einer Tarifbindung, im Westen sind es 38 Prozent und im Osten Deutschlands sogar nur 19 Prozent.


Der Eindruck, dass der Einzelhandel von Frauen dominiert wird, ist nicht ganz verkehrt. Ihr Anteil an den geringfügig Beschäftigten lag zuletzt bei 71 Prozent, allerdings waren es vor einigen Jahren noch mehr als drei Viertel.

Insgesamt sind 70 Prozent der Beschäftigten im Einzelhandel Frauen

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen