Mittwoch, 14. September 2016

Die Globalisierung ist kein Jobkiller

Kostet ein Wegfall von Handelsschranken Jobs? Nehmen "Billigarbeiter" aus der Dritten Welt mit Dumpinglöhnen heimischen Arbeitskräften die Beschäftigung weg? Die Angst ist da. Doch der empirische Befund spricht dagegen.
So kontraintuitiv es anmuten mag: Mit wachsender globaler Einbindung nimmt die Gefahr, seine Arbeitsstelle zu verlieren, statistisch eher ab als zu.

Das zeigt ein Vergleich verschiedener Volkswirtschaften mit unterschiedlichem Grad an Offenheit.

Die ETH Zürich hat einen Globalisierungsindex erstellt: den KOF Index of Globalization. Ganz oben stehen die politisch, sozial und wirtschaftlich offensten Gesellschaften, jene Nationen, die am meisten welt- und austausch bezogen sind.

Am stärksten globalisiert sind demnach die Niederlande, Irland, Belgien, Österreich und die Schweiz, gefolgt von Singapur, Dänemark und Schweden.

Deutschland findet sich auf Rang 27 von 91.

Generell lässt sich beobachten: Länder mit einem hohen Grad an Offenheit haben tendenziell kein Probleme mit ausufernder Arbeitslosigkeit. Nicht selten sind in den vernetzten Volkswirtschaften weniger Menschen auf der Suche nach einem Job als in abgeschotteten.

In dem laut KOF Index am meisten globalisierten Land Holland liegt die Erwerbslosenquote nach OECD-Definition nur bei 6,5 Prozent.

Im jungen Irland suchen 8,8 Prozent der Erwerbsfähigen eine Stelle, in Belgien 8,6 Prozent und in Österreich sechs Prozent. Noch niedriger sind die Quoten in der Schweiz (4,7 Prozent) und in Dänemark (5,9 Prozent). In Singapur sind lediglich 2,1 Prozent als suchend gemeldet.

Zum Vergleich: Im OECD-Schnitt betrug die Erwerbslosenquote im ersten Quartal 6,4 Prozent.


Quelle: OECD


Damit lässt sich nicht sagen, dass durchlässige Grenzen und Freihandel Jobs fressen. Auffällig ist zudem, dass die vernetzten Volkswirtschaften generell ein höheres Wohlstandsniveau aufweisen als andere, allen voran die Schweiz mit 73.000 Euro Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, Dänemark mit 46.800 Euro pro Kopf und Schweden mit 45.400 Euro pro Kopf (Eurostat-Daten)

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