Montag, 27. Juni 2016

Pfund fällt auf niedrigsten Stand seit 31 Jahren

Die EU-Austrittserklärung laut Artikel 50 ist noch nicht eingereicht. Doch die Kapitalmärkte nehmen bereits einen immensen Wohlstandsverlust durch den Brexit vorweg: In zwei Handelstagen hat das Britische Pfund zum Dollar mehr als zehn Prozent an Wert verloren.


Quelle: FRED St. Louis Fed

Mit 1,32 Dollar je Pfund notiert der Sterling so niedrig wie zuletzt im Devisenchaosjahr 1985. In der Dekade davor, in den Siebzigern, mussten übrigens noch 2,60 Dollar für ein Pfund bezahlt werden. Vor dem Krieg waren es 4,86 Dollar.

Auch zum Euro geht es abwärts. Mit 1,20 Euro für den Sterling ist die britische Währung so billig wie seit mehr als zwei Jahren nicht.

Nicht dass in der Eurozone alles zum Besten stünde, aber im direkten Vergleich scheint das Vereinigte Königreich mit seinem Budgetdefizit und seiner Abhängigkeit von Kapitalimporten und Investitionen der verletzlichere Wirtschaftsraum zu sein.

Nicht zu vergessen das Thema Staatsverschuldung. Mit Verbindlichkeiten in Höhe von 90 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gehört Großbritannien zu den am höchsten verschuldeten Nationen in der Alten Welt. Langfristig kann sich England als Dienstleistungsstandort mit dem Finanzzentrum London sicher über Wasser halten.

Aber mittelfristig kommt die Stabilisierung des Pfundes einem Balanceakt gleich. Nach 1971 hatte der Sterling ohnehin ein Tradition als Weichwährung, was just zu der Zeit nicht mehr zu gelten schien, als sich auch der Euro in einer Blase befand, nämlich 2003 bis 2007:

Jetzt kehren wir zum weichen Pfund zurück:


1 Kommentar:

  1. Die britische Wirtschaft dürfte sich über das schwache Pfund zum Teil freuen, begünstigt es doch die Exporte.

    Ansonsten gebe ich auch dem Brexit die berühmten 100 Tage bis zu einem ersten Fazit.

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