Dienstag, 12. Januar 2016

Die Verlierer von heute werden die Verlierer von morgen sein

In der Bibel, bei Matthäus, heißt es: Die Letzten werden die Ersten sein. Doch wenn die Angst der Anleger berechtigt ist, dass der Welthandel 2016 kontrahiert, wird es der Börse genau anders kommen: Die Verlierer von heute werden die Verlierer von morgen sein.

Die Titel, die in den ersten Handelstagen am tiefsten in den roten Bereich rutschten, werden auch Ende des Jahres vor roten Vorzeichen starren. Zur Erinnerung: Der Deutsche Aktienindex Dax hat allein vom 4. bis zum 7. Januar 8,3 Prozent verloren, soviel wie noch nie in der ersten Handelswoche eines Jahres.

Der europäische EuroStoxx50 verlor 7,7 Prozent, nach einem Plus von 8,4 Prozent im gesamten Börsenjahr 2015 (Dividende eingerechnet).



Quelle: Bloomberg

Die größten Minus-Macher im europäischen Leitindex lassen bereits ein Muster erkennen: Ganz oben auf der Verliererliste stehen (frühere) Globalisierungsgewinner, Energiekonzerne, vor allem die kapitalschwachen unter ihnen, sowie Banken.

Beunruhigend: Sechs der größten Verlierer im europäischen Leitindex stammen aus Deutschland, allen voran aus unserer Vorzeige-Branche, der Automobilindustrie. In diesem Sektor stehen und fallen die Gewinnerwartungen mit China, das zum größten Kfz-Markt der Welt geworden ist.
Vergangenes Jahr wurden schätzungsweise 26 Millionen Neuwagen verkauft!

Die französische Großbank Société Générale hat die europäischen Unternehmen aufgelistet, deren Geschäft an der chinesischen Konjunktur hängt: Eine besonders hohe China-Abhängigkeit haben gemessen am Umsatz die Rohstoff-Konzerne Rio Tinto (38 Prozent!) und BHP Billiton (35 Prozent!), die beide an der Londoner Börse notiert sind.

Der deutsche Autohersteller BMW erzielt beachtliche 19 Prozent seiner Erlöse im Reich der Mitte.

Insgesamt stark in Asien engagiert sind das Finanzhaus Standard Chartered (68 Prozent des Geschäfts entfällt auf Fernost), die Luxusgüter-Hersteller Richemont (47 Prozent) und Hermès (46 Prozent) sowie der Motorenbauer Rolls-Royce (44 Prozent).

Allerdings gilt auch: Wenn sich die China-Ängste als überzogen erweisen, locken bei diesen Werten auch die höchsten Erholungseffekte. In der Bibel steht auch: Viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet

Rund sechs Prozent der deutschen Exporte gehen nach China. Die USA, Frankreich, England und sogar die Niederlande sind als Handelspartner wichtiger. Doch die größte Dynamik ging in den vergangenen Jahren klar vom Reich der Mitte aus
Quelle: ING

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