Donnerstag, 6. Oktober 2016

Was der Euro und Miley Cyrus gemeinsam haben

Mit der europäischen Währung verhält es sich wie mit Miley Cyrus. Wenn sie in die Schlagzeilen gerät, wird es meist extrem peinlich. Dazwischen läuft es aber ganz ordentlich. Miley ist bestimmt nicht die beste Sängerin der Welt, macht aber grundsoliden Pop.

Ebenso ist der Euro ein ziemlich gutes Geld mit niedrigem Kaufkraftschwund und großem Binnenmarkt, in dem er als Tauschmittel und Wertaufbewahrungsmittel fungiert. Das Ganze erstaunlich reibungslos.

Nur erscheint der Euro eben vor allem dann in den Medien, wenn der Devisenkurs wegrauscht oder er als Reservewährung scheinbar "völlig in der Bedeutungslosigkeit versinkt". Das ist so wie Mileys heraushängende Zunge während der MTV Video Music Awards. Fremdschämen garantiert.

So sorgte vor ein paar Monaten die Meldung für Aufsehen, dass der Euro-Anteil an den globalen Währungsreserven erstmals auf unter 20 Prozent gefallen sei. Untergang des Abendlands, Sektion Europa West? Nicht ganz.



Kurzer Abstecher unter die 20-Prozent-Marke
Quelle: IWF COFER

Seither hat sich die Nachfrage nach Euro als Reservewährung über der 20-Prozent-Marke stabilisiert. Allerdings redet und schreibt niemand darüber. Ebenso wenig darüber, dass das europäische Geld weit, weit von der Parität entfernt ist, auf die es nach Ansicht berühmter Investmentbanken längst geiersturzflugmäßig hätte abschmieren müssen.


Fast wie zu Zeiten von Bretton Woods: Seit Monaten handelt der D-Mark-Nachfolger zum Dollar in einer engen Bandbreite
Quelle: Bloomberg

Zuletzt kostete ein Euro rund 1,12 Dollar, in etwa genau so viel wie im März oder im Mai oder im Juli. Überhaupt bewegen sich die Europa-Devise und der Greenback seit Monaten auffällig im Gleichklang. Das sieht fast aus wie ein neues inoffizielles Bretton Woods.

Die einzige Währung, die derzeit rasant der Parität entgegentaumelt, ist das Britische Pfund. Das könnte dank hard Brexit nämlich bald nur noch einen Euro wert sein

Mittwoch, 5. Oktober 2016

Teuer, aber gut

58 Euro oder 2 Euro für die Stunde Maschinenteile zusammensetzen... So unterschiedlich sind die Arbeitskosten in den Volkswirtschaften Europas. Und so unterschiedlich erfolgreich sind die Volkswirtschaften.

Die Schweiz ist der mit Abstand teuerste Produktionsstandort des Kontinents: 60 Minuten Industriearbeit schlagen in der Eidgenossenschaft mit umgerechnet 58 Euro zu Buche. Das teuerste Land der Währungsunion ist Belgien. Eine Stunde Maloche kostet hier 43 Euro.

Deutschland ist der sechstteuerste Produktionsstandort des Kontinents und der zweitteuerste der Eurozone. 41 Euro beträgt der Preis der Arbeit bei uns, gut 3 Euro mehr als in Frankreich. Unter den großen Ökonomien ist keine kostspieliger als die Bundesrepublik.

Zumindest gilt das, wenn man den Westen des Landes als Maßstab nimmt. Von Mecklenburg-Vorpommern bis Sachsen sind die Arbeitskosten um einiges niedriger: Im Schnitt kostet die Arbeitsstunde im Osten nur 26,26 Euro.


Arbeitskosten in Euro pro Stunde 2015
Quelle: IW Köln


Damit ist Industrieproduktion in den neuen Ländern billiger als in Italien, wo 28 Euro pro Stunde anfallen, aber nicht so billig wie in Portugal, dort sind es niedrige 11 Euro. Der alleinige Blick auf die Arbeitskosten führt allerdings nicht weit.

So finden sich die billigsten Fabriken Europas in der Ukraine. Ein Stunde Arbeit kostet in dem großen osteuropäischen Land nur 1,78 Euro, nicht einmal ein Zweiunddreißigstel dessen, was Bosse in der Schweiz berappen müssen!

Selbst in Rumänien ist die Produktion mehr als doppelt so teuer wie in der früheren Sowjetrepublik.

Trotz dieser Kostendiskrepanz sind die eidgenössischen Unternehmen auf den Weltmärkten weitaus erfolgreicher als die ukrainischen oder die rumänischen. Oder als die portugiesischen.


Das sind die billigsten Produktionsstandorte. Ganz am Ende die Ukraine mit weniger als zwei Euro je Stunde
Quelle: IW Köln

Man erkennt: Wettbewerbsfähigkeit ist nicht von (niedrigen) Arbeitskosten abhängig. Vielmehr folgen die Arbeitskosten dem wirtschaftlichen Erfolg, der sich seinerseits aus Produktivität und stabilen Handelsbeziehungen ergibt




Freitag, 30. September 2016

Das verkannte deutsche Jobwunder

Würde Angela Merkel für das Amt des US-Präsidenten kandidieren, wäre ihr Wahlkampf-Team vermutlich vor allem auf eines aus: eine historische Leistung hervorzuheben, die in der jüngeren Geschichte Deutschlands einmalig ist.

In "Muttis" Amtszeit sind in Deutschland fast vier Millionen Jobs entstanden! Auf amerikanische Verhältnisse hochgerechnet wären das 15 Millionen.

Seitdem die CDU-Politikerin am 22. November 2005 zum ersten Mal im Bundestag die Hand zum Amtseid als Kanzlerin hob, hat sich die Zahl der Erwerbstätigen von 39,7 Millionen auf 43,6 Millionen erhöht.

Ein derartiger Beschäftigungsboom sucht in der deutschen Nachkriegsgeschichte seines Gleichen. Die einzige Parallele, die ich gefunden habe, ist die Wirtschaftswunderzeit der Fünfziger- und Sechzigerjahre.


Erwerbstätige sind sozialversicherungspflichtige Beschäftigte, Beamte, Selbstständige und mithelfende Familienmitglieder
Quelle: Statistisches Bundesamt


Natürlich ist Angela Merkel nicht persönlich für das Jobwunder verantwortlich, ebenso wenig wie Konrad Adenauer der alleinige Vater des Wirtschaftswunders war.

Doch das Anwachsen der Erwerbstätigkeit auf einen Rekordwert bei gleichzeitigem Rückgang der Arbeitslosenquote von elf auf 5,9 Prozent (September 2016) ist alles andere als eine schlechte Bilanz. Nicht zuletzt im Osten hat sich die Lage gebessert.

Dort ist die Arbeitslosenrate zum ersten Mal seit der Wiedervereinigung unter acht Prozent gefallen.

Der Einwand, dass es sich nur um Minijobber oder Niedriglöhner handle, lässt sich leicht entkräften.
Auch wenn die Situation zwischen Ostsee und Erzgebirge schwieriger ist als im Westen, sind die meisten neu geschaffenen Stellen reguläre Arbeitsverhältnisse.

Der Anteil der geringfügig Beschäftigten geht zurück (was nicht heißt, dass die Löhne überall West-Niveau hätten):


Quelle: Bundesagentur für Arbeit (BA)

Bundesweit lässt sich die gleiche Tendenz geobachten:


Zuletzt waren fünf Millionen von 31,2 Millionen Arbeitnehmern ausschließlich geringfügig beschäftigt,
ein Anteil von 15,9 Prozent!
Quelle: Bundesagentur für Arbeit (BA)


Der Vergleich mit anderen Euroland-Volkswirtschaften zeigt, wie außergewöhnlich der Aufbau von Beschäftigung in Deutschland ist. In keinem anderen Staat der Währungsunion sind so viele Jobs entstanden wie bei uns. In Frankreich (das ökonomisch stärker ist, als es viele wahrhaben oder wahrnehmen wollen) waren es 1,4 Millionen: eine Zuname von sechs Prozent seit 2005.

Diesseits des Rheins ist die Erwerbstätigkeit um mehr als das Doppelte, nämlich um 13 Prozent gewachsen!


Entwicklung der Beschäftigung seit 2005
Quelle: IWF WEO

Dennoch fürchten sich die Bundesbürger vor der Zukunft. Die Unzufriedenheit nicht zuletzt mit der Bundeskanzlerin ist groß. In einer Zeit des wachsenden Wohlstands und der Veränderung zum Guten findet sich Deutschland in einem Zustand der Verunsicherung und geistigen Erschütterung wieder. Und hier gibt es eine Parallele zur Kaiserzeit.

Im Kaiserreich gab es Arbeit für viele, die Reallöhne legten zu und doch sah sich dieses Land bedroht und von Feinden umzingelt.

Mögen wir nicht die gleichen Fehler machen!

Montag, 26. September 2016

Keine Rente ohne Dividente

Das englische Wort "income" hat eine schöne Doppelbedeutung. Es steht nicht nur für Einkommen, sondern auch für Dividende. Und tatsächlich ist die Dividende zu einem wichtigen Bestandteil des Zusatz-Einkommens geworden. Kapitalerträge? Ja, bitte!

Da der Zins seinen Dienst wohl auch künftig versagt (in Europa ist weit und breit kein Grund für steigende Sätze auszumachen), werden die Ausschüttungen einen immer wichtigeren Teil des Einkommensstroms bilden, vor allem in der Rente.

Aktien sind der heimliche heilige Gral der privaten Vorsorge. Und im Gegenteil zu Zinspapieren können Dividendenpapiere im Lauf der Jahre sogar noch rentabler, hochprozentiger werden.

Nachdem drei Viertel des Geschäftsjahres um sind, erlauben die Analysten-Schätzungen einen einigermaßen realistischen Ausblick auf das Dividendenjahr 2017. Ich persönlich würde die Erwartungen etwas nach unten schrauben, aber die Branchenexperten können auf starke deutsche Exportzahlen und einen bombastischen Ifo-Index vom September verweisen.


Erhöhung der Ausschüttung im Jahr 2017 nach Schätzungen von Herbst 2016
Quelle: Commerzbank

Demnach werden 23 der 30 Dax-Konzerne ihre Ausschüttung 2017 anheben, sechs Firmen werden sie auf dem aktuellen Niveau halten und ein Unglücklicher wird sie senken.

Die größte Steigerung gibt es bei Adidas, dem Comeback-Kid des Jahres, und bei ThyssenKrupp. Beide ihre Dividende den Prognosen zufolge um ein Drittel verbessern.

Auf Basis der jetzigen Kurse wird der Sportartikler 2017 eine Dividendenrendite von 1,3 Prozent abwerfen, der Stahl- und Technologiekonzern eine von 0,9 Prozent.

Höhere Renditen gibt es bei Vonovia. Das Immobilienunternehmen kann seine Ausschüttung im kommenden Jahr aller Voraussicht nach um 18 Prozent auf 1,11 Euro erhöhen.

Da läuft auf eine kommode Dividendenrendite von 3,2 Prozent hinaus.

Zweistellige Steigerungen erwarten die Analytiker auch bei HeidelbergCement, Merck KGaA, Continental, Deutsche Post, ProSiebenSat.1, Fresenius Medical Care (FMC) und Infineon. Der nicht gewichtete Dax-Dividenden-Durchschnitt liegt auf Basis der aktuellen Kurse bei 2,7 Prozent.


Dividendenrenditen der Firmen mit Dividendensteigerungen von 2016 auf 2017
Quelle: Commerzbank

Dividendenprotze im Dax bleiben jedoch die Versicherer Allianz und Munich Re sowie Daimler, die es alle auf eine Rendite von fünf Prozent oder mehr bringen. Neu dazugestellt hat sich der TV-Konzern ProSiebenSat.1, der gemessen an der jetzigen Börsennotiz mit einer Ausschüttung von mehr als fünf Prozent lockt.

BMW soll den Schätzungen zufolge 4,4 Prozent zahlen, die BASF vier Prozent und die Deutsche Telekom 3,9  Prozent, Möge die Weltkonjunktur mit uns sein! Und die Fed ebenfalls!

Ach ja, der Unglücksrabe des Kapitalismus, der seinen Aktionären als einziger überhaupt nichts ausschüttet, ist und bleibt die Deutsche Bank



Verlässliche Dividendenzahler mit Renditen über drei Prozent
Quelle: Commerzbank



Samstag, 24. September 2016

Jobmotor Einzelhandel

Einzelhandelskauffrau und Einzelhandelskaufmann ist der beliebteste Ausbildungsberuf in Deutschland. Nicht ohne Grund. Den Schreckensnachrichten von Karstadt über Schlecker bis hin zu Kaiser's Tengelmann zum Trotz war die Branche in den letzten Jahren ein wahrer Jobmotor.


Quelle: Bundesagentur für Arbeit


Die Zahl der Beschäftigten im Einzelhandel ist von 2008 bis 2015 um insgesamt 312.000 Stellen gewachsen. Das entspricht einer Zunahme um 15,3 Prozent. Die Gesamtbeschäftigung in Deutschland hat sich im gleichen Zeitraum um 13,4 Prozent erhöht. Das heißt, dass in Kaufhäusern, Boutiquen, Geschäften und Läden aller Art mehr Jobs entstanden sind als im Durchschnitt des Arbeitsmarkts. Konsum boomt.

Zuletzt waren im deutschen Einzelhandel rund 2,4 Millionen Menschen beschäftigt. Damit betrug ihr Anteil an den Beschäftigten insgesamt 7,5 Prozent. 

Auch die Qualität der Arbeit hat sich gebessert. Der Anteil der geringfügig Beschäftigten war mit 919.000 im Einzelhandel sehr hoch. Allerdings ist die Quote der Minijobber an den Arbeitnehmern in der Branche in den vergangenen sieben Jahren beinahe kontinuierlich zurückgegangen. Zuletzt betrug der Anteil 39 Prozent. Das ist immer noch viel, aber im Jahr 2008 waren es noch 46 Prozent.




Quelle: Bundesagentur für Arbeit


Interessant ist folgendes Faktum: Die absolute Zahl der geringfügig Beschäftigten im Einzelhandel ist heute niedriger als vor sieben Jahren. Das heißt, dass unter dem Strich vor allem reguläre Jobs entstanden sind.

Im Sommer 2016 suchten in Deutschland 311.000 Menschen mit einem Handel- oder Verkaufsberuf einen Job. Darunter waren mehr als zwei Drittel, nämlich 210.000 Arbeitssuchende, Frauen.

Das Monatseinkommen von Verkäuferinnen und Verkäufern im Einzelhandel mit einer 37,5-Stunden-Woche und dreijähriger Ausbildung liegt laut Tarifabschluss NRW bei 1900 bis 2423 Euro. Allerdings unterliegen nur 35 Prozent der Beschäftigten einer Tarifbindung, im Westen sind es 38 Prozent und im Osten Deutschlands sogar nur 19 Prozent.


Der Eindruck, dass der Einzelhandel von Frauen dominiert wird, ist nicht ganz verkehrt. Ihr Anteil an den geringfügig Beschäftigten lag zuletzt bei 71 Prozent, allerdings waren es vor einigen Jahren noch mehr als drei Viertel.

Insgesamt sind 70 Prozent der Beschäftigten im Einzelhandel Frauen

Dienstag, 20. September 2016

Managergehälter im Höhenflug

Die Einkommenschere in Deutschland geht nicht weiter auseinander... So waberte letztens eine Meldung des Statischen Bundesamts durch die Medien. Die Auswertung der Wiesbadener zeigte, dass die Gehälter am oberen Ende der Einkommensskala in den vergangenen Jahren weniger schnell gewachsen als am unteren Ende. Allerdings kamen die Statistiker auch nicht umhin festzustellen:

Der Abstand der Besserverdiener zur Mitte der Lohnskala (...) ist von 2010 bis 2014 leicht gestiegen. Damit dauert die langjährige Entwicklung an: Die Besserverdiener setzen sich von der Mitte ab. 

Dabei ist Deutschland nicht einmal das extremste Beispiel. Neue Zahlen der Personalberatung Korn Ferry erlauben jetzt einen internationalen Vergleich. Demnach zieht der Verdienst von Managern den Mittelschicht-Gehältern vor allem in der englischsprachigen Welt davon, am krassesten in den USA. Dort konnten die Führungskräfte ihre Einkommen verbessern, während die Löhne von Geringverdienern beträchtlich unter Druck gerieten.

Als Erklärung führen Ökonomen an, dass Arbeitnehmer mit simplen Tätigkeiten viel massiver der Konkurrenz durch die Automatisierung ausgesetzt sind als Hochqualifizierte.


Entwicklung der Realeinkommen 2008-2016: Führungskräfte (grün), Helfer, einfache Sachbearbeiter (blau)
Quelle: Korn Ferry

Ein von der Tendenz ähnliches Bild wie in Amerika bietet sich im Vereinigten Königreich. Nach den Angaben der Personalberatung setzten sich die Führungskräfte mit 1,7 Prozent Zuwachs weiter von der Mittelschicht ab, während Helfer und einfache Sachbearbeiter real fast drei Prozent ihrer Kaufkraft verloren.

Es war nicht überall so. In Frankreich sind die Manager-Gehälter seit 2008 mit einem realen Plus von 4,7 Prozent weniger kräftig gestiegen als die mittleren Einkommen mit 5,8 Prozent und die Geringverdiener-Einkommen mit 5,1 Prozent.

So drastisch unterscheidet sich die Einkommensentwicklung von Land zu Land. Globalisierung ist überall anders.

Übrigens, ab einem Bruttostundenlohn von 31 Euro zählt man in Deutschland zu den Besserverdienern. Wer 9,10 Euro oder weniger die Stunde bekommt, ist per Definition Geringverdiener. Dazwischen liegt der Mittelstand

Montag, 19. September 2016

Dieser Graph erklärt den Brexit

Ist Großbritannien eigentlich ein Euro-Krisenland? Den Eindruck könnte man gewinnen, wenn man sich die Reallohnentwicklung auf der Insel anschaut.

Die Inflation eingerechnet hat sich das durchschnittliche Einkommen seit der Finanzkrise in keiner anderen EU-Volkswirtschaft so schlecht entwickelt wie im Vereinigten Königreich!

Nur in den ehemaligen Bubble-Ökonomien Zypern und Griechenland war die Entwicklung noch übler. Spanier und Portugiesen konnten ihre Realeinkommen dagegen steigern - freilich vorausgesetzt sie haben einen Job.

Warum schneidet das Land so schlecht ab, wo es doch eine eigene Währung hat? Nun, nicht zuletzt wegen der Bank von England und ihrer ultraexpansiven Geldpolitik. Der Kaufkraftverlust des Pfundes hat die mageren Lohn- und Gehaltssteigerungen aufgefressen.

Die Arbeitnehmer wiederum hatten offenbar keine Verhandlungsmacht, mit besseren Abschlüssen gegenzuhalten.

Die Preise sind die Einkommen davon geeilt, viel stärker als im Rest der Europäischen Union und in der Währungsunion.


Reallohnentwicklung in Prozent 2008-2015
Quelle: Eurostat, Eurofound


Noch beunruhigender: Die Einkommensverteilung in Großbritannien ist bekannt ungleich, mit der Tendenz zur zunehmenden Spreizung. Man muss also annehmen, dass die unteren Lohnschichten ungleich stärker verloren haben als die oberen. Vielleicht zehn Prozent real?

Das macht die Frustration vieler Engländer vor allem außerhalb der Londoner City verständlich.

Die Balken der Reallohn-Entwicklung erklären das Brexit-Votum mehr als jeder Ärger über vermeintliche Brüsseler-Bürokratie.

Alles eine Frage der Kanalisierung von Frust

Samstag, 17. September 2016

Wie der Staat das Wiesn-Bier verteuert

O'zapft is! Neben viel Gaudi bringt das Oktoberfest dieses Jahr einen Rekord, allerdings einen wenig erfreulichen. Wie schon in den Vorjahren werden die Oktoberfest-Besucher feststellen, dass das Bier auf der Theresienwiese so teuer ist wie nie zuvor.

Bis zu 10,70 Euro pro Maß (Liter) kostet das Brauereiprodukt, im billigsten Zelt sind es 10,40 Euro. Zur Erinnerung: Vor zehn Jahren gab es den Liter noch für 6,95 Euro.

Im Schnitt hat sich Bier auf der Wiesn 2016 um drei Prozent verteuert, um mehr als das siebenfache der Inflation (zuletzt 0,4 Prozent).


Quelle: UniCredit Bank, eigene Recherche

Über die Gründe für die rasante Teuerung habe ich schon vor einem Jahr Überlegungen angestellt. Damals schrieb ich:
Unter dem Strich ist es eben so, dass die Wiesn ein besonderes Erlebnis ist. Da fällt ein Aufschlag von 30 Cent je Liter kaum ins Gewicht. Wer eine Reise nach München macht, um im Hofbräuhaus-Festzelt oder in der Paulaner-Festhalle zu schunkeln, achtet ebenso wenig auf den Euro wie der Apple-Fanboy, wenn er sich das nächste iPhone zulegt.
Davon abgesehen werden die administrativen Kosten sowie die höheren Ausgaben für Sicherheit als Ursachen der Wiesn-Inflation angeführt, Faktoren, die umso mehr greifen, als die Oligopol-Struktur des Marktes (wenige ausgewählte Brauereien teilen sich das Wiesn-Geschäft) kein Ausweichen auf andere Anbieter oder Produkte erlaubt.

Der Staat dürfte aber noch in anderer Hinsicht für die Preisexplosion auf der Theresienwiese mit verantwortlich sein.

Eine gewisse Rolle spielen kapitalkräftige Firmen, die das Volksfest als Business-Event nutzen, dorthin Geschäftsfreunde einladen und die Ausgaben als Werbungskosten absetzen können.

So subventioniert der Staat den Wiesn-Preishammer ein Stück weit mit

Mittwoch, 14. September 2016

Die Globalisierung ist kein Jobkiller

Kostet ein Wegfall von Handelsschranken Jobs? Nehmen "Billigarbeiter" aus der Dritten Welt mit Dumpinglöhnen heimischen Arbeitskräften die Beschäftigung weg? Die Angst ist da. Doch der empirische Befund spricht dagegen.
So kontraintuitiv es anmuten mag: Mit wachsender globaler Einbindung nimmt die Gefahr, seine Arbeitsstelle zu verlieren, statistisch eher ab als zu.

Das zeigt ein Vergleich verschiedener Volkswirtschaften mit unterschiedlichem Grad an Offenheit.

Die ETH Zürich hat einen Globalisierungsindex erstellt: den KOF Index of Globalization. Ganz oben stehen die politisch, sozial und wirtschaftlich offensten Gesellschaften, jene Nationen, die am meisten welt- und austausch bezogen sind.

Am stärksten globalisiert sind demnach die Niederlande, Irland, Belgien, Österreich und die Schweiz, gefolgt von Singapur, Dänemark und Schweden.

Deutschland findet sich auf Rang 27 von 91.

Generell lässt sich beobachten: Länder mit einem hohen Grad an Offenheit haben tendenziell kein Probleme mit ausufernder Arbeitslosigkeit. Nicht selten sind in den vernetzten Volkswirtschaften weniger Menschen auf der Suche nach einem Job als in abgeschotteten.

In dem laut KOF Index am meisten globalisierten Land Holland liegt die Erwerbslosenquote nach OECD-Definition nur bei 6,5 Prozent.

Im jungen Irland suchen 8,8 Prozent der Erwerbsfähigen eine Stelle, in Belgien 8,6 Prozent und in Österreich sechs Prozent. Noch niedriger sind die Quoten in der Schweiz (4,7 Prozent) und in Dänemark (5,9 Prozent). In Singapur sind lediglich 2,1 Prozent als suchend gemeldet.

Zum Vergleich: Im OECD-Schnitt betrug die Erwerbslosenquote im ersten Quartal 6,4 Prozent.


Quelle: OECD


Damit lässt sich nicht sagen, dass durchlässige Grenzen und Freihandel Jobs fressen. Auffällig ist zudem, dass die vernetzten Volkswirtschaften generell ein höheres Wohlstandsniveau aufweisen als andere, allen voran die Schweiz mit 73.000 Euro Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, Dänemark mit 46.800 Euro pro Kopf und Schweden mit 45.400 Euro pro Kopf (Eurostat-Daten)

Donnerstag, 8. September 2016

Deutsche Arbeitskosten steigen (stärker)

Deutschland eilt allen davon, auch bei den Kosten. Im Jahr 2016 steigen die Arbeitskosten in der Bundesrepublik schneller als in jedem anderen Land der europäischen Währungsgemeinschaft inklusive Dänemark.

Nach den jetzt vorgelegt Daten des Statistischen Bundesamtes zogen die deutschen Bruttolöhne und Lohnnebenkosten im ersten Quartal um 2,8 Prozent an. 

Im Euroland-Schnitt wie im EU-Schnitt betrug das Plus der Arbeitskosten 1,7 Prozent. In Frankreich kletterten sie um 2,1 Prozent, in Italien gingen sie sogar zurück, und zwar um 1,5 Prozent.

Soviel zu dem Thema das Italien vollkommen unfähig sei, seine Konkurrenzfähigkeit innerhalb des "Euro-Korsetts" zu verbessern. 



Hält der Trend über das Jahr über an, wird es das sechste Mal in Folge sein, dass Löhne und Nebenkosten in Deutschland schneller steigen als im Rest Europas. 

Der deutschen Wettbewerbsfähigkeit hat das bisher allerdings keinen Abbruch getan. 

In diesem Jahr wird die Bundesrepublik im Export mit 310 Milliarden Euro Überschuss aller Voraussicht nach ein größeres Handels-Plus erzielen als China!  

Samstag, 3. September 2016

Warum Italien schneller wächst als China

Italien gilt als Musterbeispiel dafür, dass die Mitgliedschaft im Euro ein Land ruinieren kann. Wenn eine Volkwirtschaft nicht effizient genug ist, richtet eine zu starke Währung sie zu Grunde, lautet die These.

Eine einfache Zahl zeigt aber, dass man nicht so einfach von mangelnder Effizienz Italiens oder "der Italiener" reden kann.

Italien hat ähnlich wie Deutschland eine schwache Bevölkerungsentwicklung. Seit dem Jahr 2000 ist die Einwohnerzahl nur um rund sieben Prozent gestiegen. Die Bevölkerung der USA wuchs im gleichen Zeitraum mehr als doppelt so schnell, nämlich um fast 15 Prozent. Rechnet man den demografischen Effekt heraus, ergibt sich ein differenziertes Bild der Leistung.


Quelle: IWF World Economic Outlook

Es stellt sich heraus, dass das amerikanische Bruttoinlandsprodukt pro Kopf trotz der technischen Revolution des Internet, die weithin im Silicon Valley spielt, nur etwa um den gleichen Faktor zugelegt hat wie das italienische: 53 Prozent verglichen mit 48 Prozent!

Umgekehrt stieg Italiens Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in absoluten Zahlen seit dem Jahr 2000 - auf Dollarbasis gerechnet - sogar schneller als Chinas.


Quelle: IWF WEO

Dort hat sich das BIP pro Kopf seit 2000 zwar verachtfacht (eine beachtliche Leistung), doch die Euro-Nation steigert ihren Wohlstand von einem weitaus höherem Ausgangsniveau.


Quelle: IWF WEO

Noch heute liegt Italiens Wirtschaftskraft pro Kopf mit rund 30.000 Dollar mehr als dreimal so hoch wie die im Reich der Mitte.

Ohne Frage war das Wachstum südlich der Alpen in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten eines der schwächsten in der westlichen Welt.

Doch das Problem Italiens ist nicht so sehr mangelnde Effizienz, sondern seine Mühen damit, die vorhandene Arbeit (gerecht) auf die Bevölkerung zu verteilen.

Die Jugendarbeitslosigkeit gehört mit 38 Prozent (laut OECD) zu den höchsten der Welt. Obwohl das Pro-Kopf-Wachstum in Deutschland nur unwesentlich stärker war als in Italien, ist die deutsche Arbeitslosigkeit unter jungen Leuten mit sieben Prozent so niedrig wie kaum irgendwo sonst.

Allerdings wirft die Gegenüberstellung auch ein Licht auf das starke amerikanische Wachstum der vergangenen Jahre: Ein Gros davon ist schlicht einer größer werdenden Zahl von Konsumenten geschuldet.

In Landeswährung sieht die BIP-Entwicklung seit der Jahrtausendwende übrigens so aus:


Quelle: IWF WEO


Was Effizienz und Fortschrittlichkeit angeht, sind die USA ebenso wenig der alle überragende Hightech-Superman der Weltwirtschaft wie Italien der kranke Mann ist.


Mittwoch, 24. August 2016

Macht uns das moderne Berufsleben krank?

Der Umbau der Wirtschaft zur schnelllebigen Dienstleistungsökonomie fordert seinen Tribut. Zuletzt waren Depressionen und andere psychische Erkrankungen schon für 43 Prozent aller Fälle von Berufsunfähigkeit (offiziell: Erwerbsminderungsrente) verantwortlich. 


Gründe für Erwerbsminderung ("Berufsunfähigkeit") im Jahr 2014Quelle: Deutsche Rentenversicherung


Vor zwei Jahrzehnten lag dieser Anteil in Deutschland erst bei 16 Prozent. Die Zahl der neu bewilligten Renten wegen gesundheitlichen Schwierigkeiten betrug vergangenes Jahr immerhin 174.000. Auf jede fünfte Altersrente kam damit eine Rente wegen Erwerbsminderung. 

Das Durchschnittsalter der vorzeitigen Rentner lag übrigens bei unter 51,6 Jahren


Gründe für Erwerbsminderung ("Berufsunfähigkeit") im Jahr 1993
Quelle: Deutsche Rentenversicherung

Der berüchtigte "kaputte Rücken" hat zuletzt nur noch in 13 Prozent der Fälle das Ausscheiden aus dem Berufsleben erzwungen, verglichen mit 30 Prozent im Jahr 1993.

Das Arbeitsleben wandelt sich in der Tat rapide

Montag, 27. Juni 2016

Pfund fällt auf niedrigsten Stand seit 31 Jahren

Die EU-Austrittserklärung laut Artikel 50 ist noch nicht eingereicht. Doch die Kapitalmärkte nehmen bereits einen immensen Wohlstandsverlust durch den Brexit vorweg: In zwei Handelstagen hat das Britische Pfund zum Dollar mehr als zehn Prozent an Wert verloren.


Quelle: FRED St. Louis Fed

Mit 1,32 Dollar je Pfund notiert der Sterling so niedrig wie zuletzt im Devisenchaosjahr 1985. In der Dekade davor, in den Siebzigern, mussten übrigens noch 2,60 Dollar für ein Pfund bezahlt werden. Vor dem Krieg waren es 4,86 Dollar.

Auch zum Euro geht es abwärts. Mit 1,20 Euro für den Sterling ist die britische Währung so billig wie seit mehr als zwei Jahren nicht.

Nicht dass in der Eurozone alles zum Besten stünde, aber im direkten Vergleich scheint das Vereinigte Königreich mit seinem Budgetdefizit und seiner Abhängigkeit von Kapitalimporten und Investitionen der verletzlichere Wirtschaftsraum zu sein.

Nicht zu vergessen das Thema Staatsverschuldung. Mit Verbindlichkeiten in Höhe von 90 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gehört Großbritannien zu den am höchsten verschuldeten Nationen in der Alten Welt. Langfristig kann sich England als Dienstleistungsstandort mit dem Finanzzentrum London sicher über Wasser halten.

Aber mittelfristig kommt die Stabilisierung des Pfundes einem Balanceakt gleich. Nach 1971 hatte der Sterling ohnehin ein Tradition als Weichwährung, was just zu der Zeit nicht mehr zu gelten schien, als sich auch der Euro in einer Blase befand, nämlich 2003 bis 2007:

Jetzt kehren wir zum weichen Pfund zurück:


Sonntag, 5. Juni 2016

Die reichsten Menschen der Welt

There are two Europeans among the world's richest people, they are entrepreneurs and had no big inherited fortune when they started.

Die reichsten zehn Menschen der Welt besitzen mehr als eine halbe Billion Euro: 581 Milliarden Dollar! An der Spitze steht Bill Gates, der Gründer von Microsoft mit knapp 86 Milliarden Dollar. Auffällig: Alle Superreichen sind Unternehmer, nicht immer sind sie Erfinder, aber immer geniale Manager.

Keiner der richest of the rich ist nur Erbe, also ohne Beteiligung am Geschäft.


Vermögen in Milliarden Dollar. Quelle: Bloomberg, eigene Recherche

Zwei Europäer finden sich unter den Superreichen, ein Spanier und ein Schwede: Inditex-Großaktionär Amancio Ortega Gaona und IKEA-Eigentümer Ingvar Kamprad.

Der jüngste Krösus ist Facebook-Erfinder Mark Zuckerberg, der es mit wenig mehr als 30 Jahren in die Top-Ten geschafft hat.

Der reichste Deutsche ist Georg W. Schaeffler, Jahrgang 1964, Gesellschafter der Schaeffler Gruppe und Großaktonär bei Continental, mit einem Vermögen von 20 Milliarden Dollar.

Er findet sich auf Platz 33 der globalen Wealth-Liste, gefolgt von Lidl-Eminenz Dieter Schwarz mit 19,5 Milliarden Dollar

Donnerstag, 28. Januar 2016

Dividendenstars, Dividendensternchen und Dividendensternschnuppen

Die eigentliche Dividendensaison beginnt erst im April, aber die Schätzungen der Firmen-Aalysten erlauben bereits jetzt einen ziemlich guten Überblick, was Aktionäre erwarten dürfen, und das ein gutes Jahr.

Von den 30 Dax-Werten werden voraussichtlich 26 ihre Ausschüttung anheben, zwei werden sie gleich belassen, ein Unternehmen wird sie senken und eines sie ausfallen lassen.

Das schwarze Schaf des Dividendenjahres 2016 ist die Deutsche Bank, die als einzige Dax-Firma ihren Aktionären keine Gewinnbeteiligung zahlt.

Was allerdings nicht weiter verwundert, da es im zurückliegenden Geschäftsjahr keinen Gewinn gab, sondern einen saftigen Verlust von 6,8 Milliarden Euro. Zumindest ist das der momentane Stand.
Vor einer Woche haben die Frankfurter das Minus noch auf 6,7 Milliarden beziffert. Hundert Millionen Euro Fehlbetrag als Peanuts gewissermaßen.

Auch E.on hat einen Verlust gemacht, zahlt aber trotzdem Dividende. Der Versorger schüttet quasi aus einem leeren Füllhorn aus. Man muss sich das so vorstellen, als würden Teile des Füllhorns selbst versilbert. Auf solche Dividenden ist nicht viel zu geben, sie schmälern die Substanz.


Bei den meisten Dax-Werten (18 von 30) sind die Dividenden schneller gestiegen als die Kurse

Nun aber zu den Positivbeispielen: Eine ausgeprägte Dividendendynamik finden wir dieses Jahr bei HeidelbergCement, ThyssenKrupp, Daimler und Vonovia. Auch Continental, Fresenius und K+S warten mit schönen zweistelligen Steigerungsraten auf.

Neben dem Totalausfall Deutsche Bank sticht nur noch RWE negativ heraus: Die Essener werden die Dividende wohl um die Hälfte auf nur noch 0,50 Euro je Aktie senken.

Deutsche Börse und E.on dürften die Ausschüttung gleich belassen. Lufthansa und Commerzbank zahlen nach Ausschüttungspause wieder, die im Fall der zweitgrößten deutschen Geschäftsbank freilich sieben lange Jahre währte.


Quelle: eigene Recherche



Optimistisch stimmt mich, dass die meisten Dax-Werte heute eine höhere Dividendenrendite haben als vor einem Jahr. Das lässt darauf schließen, dass die Kurse den Gewinnen eben nicht davon gelaufen sind. Glück auf, Aktionäre!







Montag, 25. Januar 2016

Das Geld reicht länger als das Öl

Der niedrige Ölpreis treibt alle Petro-Staaten in die Pleite. Bei diesen Notierungen können die schon lange nicht mehr rentabel produzieren. Das liest man derzeit oft. Die Wahrheit ist: Selbst wenn das Fass (159 Liter) am Weltmarkt nur 30 Dollar erbringt, wie es dieser Tage der Fall war, macht die Mehrzahl der Produzenten noch Gewinn.

In den meisten Ölförder-Ländern rangieren die laufenden Kosten der Produktion bei deutlich unter der Marke von 30 Dollar.

Saudi-Arabien schafft es, das schwarze Gold für ein paar Dollar aus der Erde zu holen, und auch im Irak und den Vereinigten Arabischen Emiraten ist die Förderung nicht viel teurer. Diese Staaten am Persischen Gold produzieren also weiter profitabel, auch wenn das Plus nicht mehr so dick ist wie früher.  

Auch Russland ist weit davon entfernt, beim Verkauf des fossilen Brennstoffs Verluste zu machen. In den Weiten des Landes liegen die Grenzkosten bei 18 Dollar. Das gilt freilich nicht für Öl aus der Arktis, dessen Förderkosten bei enormen 120 Dollar liegen. 


Quelle: www.knoema.com


Schwer mitzuhalten wird es auf dem Weltmarkt für das afrikanische Angola, das offshore 40 Dollar aufwenden muss, um den fossilen Brennstoff zu pumpen. 

Die Amerikaner können traditionell gewonnenes Öl für 17 Dollar aus der Erde holen. Klar ist aber auch, dass den US-Frackern das Wasser bis zum Hals steht. Die Hydraulic-Fracturing-Methode ist aufwändig und teuer. Experten sprechen von 70 Dollar. (Allerdings können die unkonventionellen Hersteller teils von Schieferöl auf Schiefergas umstellen, was ihre Lebenserwartung verlängert.)

Schlechte Karten hat Brasilien: Die Südamerikaner produzieren den Barrel auf ihren Bohrinseln für hohe 80 Dollar. 

Teurer ist nur noch kanadisches Öl aus Ölsanden. 

Wir lernen daraus, dass in den kommenden Monaten nicht mit Staatspleiten zu rechnen ist. Für die US-Frackingfirmen allerdings könnte es eng werden. Klar ist aber auch, dass Petro-Staaten wie Saudi-Arabien und Russland ihre bisherigen Haushaltsplanungen makulieren können. 

Denn die Ausgabenpläne etwa für Rüstung und Soziales beruhen noch auf ganz anderen Ölpreis-Prognosen.

Klar ist auch: Sollte Öl noch lange so billig bleibt, lohnen sich für kaum einen der Petro-Staaten noch Neu-Investitionen in die Förderung des schwarzen Goldes. Die Deutsche Bank schätzt, dass die sich erst wieder ab einem Preis von 50 Dollar rechnen.

Wohl dem, dessen Geschäftsmodell und Ideen länger reichen als die Rohstoffreserven


Fracking hat Amerika zum größten Ölproduzenten der Welt gemacht. Doch bei dem Preis lohnt sich die Förderung für die kleinen und mittelgroßen Produzenten nicht mehr
Quelle: Internationale Energieagentur (IEA)








Sonntag, 17. Januar 2016

Russland und China: Schicksal und Entscheidung

Es waren einmal zwei kommunistische Supermächte, die eines Tages nicht mehr kommunistisch sein wollten, oder sein konnten. Und schon begannen ihre wirtschaftlichen Schicksale zu divergieren.

Das ist jetzt ein Vierteljahrhundert her. Beide sind heute militärische Kolosse von Weltgeltung. Doch die Volkswirtschaften könnten unterschiedlicher kaum sein. Die eine wurde zur ökonomischen Supermacht, die andere zum globalen Rohstofflieferanten.

Die beiden Mächte sind natürlich Russland und China.

Nach dem Fall der Mauer wurden die weltwirtschaftlichen Karten für beide Länder neu gemischt.
Nur wenige prophetisch veranlagte Menschen werden von sich behaupten können, schon 1990 vorhergesagt zu haben, dass sich die Volksrepublik anschicken würde, die Vereinigten Staaten binnen einer Generation als größte Volkswirtschaft der Welt abzulösen.

In Kaufkraft gemessen ist die chinesische Ökonomie seit 2014 größer als die amerikanische, und selbst ohne diese Adjustierung ist das Volumen des chinesischen Bruttoinlandsprodukts mit 2016 schätzungsweise zwölf Billionen Dollar imposant.

Das Gros der Beobachter nahm noch Mitte der Neunzigerjahre an, dass China in der Weltwirtschaft allenfalls als Produktionsstätte für das technologisch weit überlegene Japan eine Rolle spielen würde. Doch Chinas Führung hat, beginnend mit den Sonderwirtschaftszonen, die richtigen Entscheidungen getroffen.


Chinas Wirtschaft ist heute fast zehn Mal so groß wie die Russlands
Quelle: World Economic Outlook


Auch in der Kaufkraft-bereinigten Rechnung fällt Russland zurück
Quelle: IWF


Russland hingegen wurde nach Auflösung der Sowjetunion im Dezember 1991 als ökonomische Supermacht in Wartestellung gehandelt. Das größte Land der Welt hat mit 17,1 Millionen Quadratkilometer mehr Fläche als der Zwergplanet Pluto und gilt als so ressourcenreich wie kein anderer Staat.

Im Jahr 1980 maß die Wirtschaftskraft der UdSSR 1.205 Milliarden Dollar, das war fast dreimal so viel wie das, was Rot-China auf die Waage brachte und nur etwas weniger als die Hälfte der amerikanischen Bruttosozialprodukts! Die Sowjetunion brauchte sich auch technologisch lange nicht zu verstecken, woran uns der 60. Jahrestag des Sputnik-Schock 2017 bald erinnern wird.

Doch so wie es aussieht, hat Russland nach dem Fall des Kommunismus wichtige Weichenstellungen verschlafen. Noch immer stellen Öl und Gas knapp 60 Prozent Exporte, was sich in der jetzigen Phase der Rohstoff-Baisse als hoch problematisch erweist.

Die Volksrepublik hingegen ist vom armen Agrarland zur weltgrößten Exportnation aufgestiegen, mit einer breiten Palette von Ausfuhr-Produkten, nicht zuletzt im Hightech-Bereich. Als nächste Stufe wir China den Aufstieg zu einer Dienstleistungsnation versuchen.

Der Computer, an dem ich dies schreibe, stammt ebenso aus dem Reich der Mitte wie mein iPhone.

Ob sich Russland, die militärische Supermacht, ökonomisch neu erfinden kann? Und einen neuen Sputnik startet? Tempus fugit


Auf Schrumpfkurs
Quelle: IWF


Die Zahlen zur Wirtschaftskraft im Jahr 1980 beziehen sich auf das Bruttosozialprodukt. Quelle: Paul Kennedy: Aufstieg und Fall der großen Mächte. Ökonomischer Wandel und militärische Konflikte von 1500-2000. 
Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch. 5. Auflage 2005

Dienstag, 12. Januar 2016

Die Verlierer von heute werden die Verlierer von morgen sein

In der Bibel, bei Matthäus, heißt es: Die Letzten werden die Ersten sein. Doch wenn die Angst der Anleger berechtigt ist, dass der Welthandel 2016 kontrahiert, wird es der Börse genau anders kommen: Die Verlierer von heute werden die Verlierer von morgen sein.

Die Titel, die in den ersten Handelstagen am tiefsten in den roten Bereich rutschten, werden auch Ende des Jahres vor roten Vorzeichen starren. Zur Erinnerung: Der Deutsche Aktienindex Dax hat allein vom 4. bis zum 7. Januar 8,3 Prozent verloren, soviel wie noch nie in der ersten Handelswoche eines Jahres.

Der europäische EuroStoxx50 verlor 7,7 Prozent, nach einem Plus von 8,4 Prozent im gesamten Börsenjahr 2015 (Dividende eingerechnet).



Quelle: Bloomberg

Die größten Minus-Macher im europäischen Leitindex lassen bereits ein Muster erkennen: Ganz oben auf der Verliererliste stehen (frühere) Globalisierungsgewinner, Energiekonzerne, vor allem die kapitalschwachen unter ihnen, sowie Banken.

Beunruhigend: Sechs der größten Verlierer im europäischen Leitindex stammen aus Deutschland, allen voran aus unserer Vorzeige-Branche, der Automobilindustrie. In diesem Sektor stehen und fallen die Gewinnerwartungen mit China, das zum größten Kfz-Markt der Welt geworden ist.
Vergangenes Jahr wurden schätzungsweise 26 Millionen Neuwagen verkauft!

Die französische Großbank Société Générale hat die europäischen Unternehmen aufgelistet, deren Geschäft an der chinesischen Konjunktur hängt: Eine besonders hohe China-Abhängigkeit haben gemessen am Umsatz die Rohstoff-Konzerne Rio Tinto (38 Prozent!) und BHP Billiton (35 Prozent!), die beide an der Londoner Börse notiert sind.

Der deutsche Autohersteller BMW erzielt beachtliche 19 Prozent seiner Erlöse im Reich der Mitte.

Insgesamt stark in Asien engagiert sind das Finanzhaus Standard Chartered (68 Prozent des Geschäfts entfällt auf Fernost), die Luxusgüter-Hersteller Richemont (47 Prozent) und Hermès (46 Prozent) sowie der Motorenbauer Rolls-Royce (44 Prozent).

Allerdings gilt auch: Wenn sich die China-Ängste als überzogen erweisen, locken bei diesen Werten auch die höchsten Erholungseffekte. In der Bibel steht auch: Viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet

Rund sechs Prozent der deutschen Exporte gehen nach China. Die USA, Frankreich, England und sogar die Niederlande sind als Handelspartner wichtiger. Doch die größte Dynamik ging in den vergangenen Jahren klar vom Reich der Mitte aus
Quelle: ING

Donnerstag, 7. Januar 2016

Warum ich mir um Deutschland (besondere) Sorgen mache

As an exporter nation Germany is especially susceptible to a cooling down of global trade. That's why not only Chinas woes should worry Dax investors, but also the looming Brexit referendum in the UK and the rise of anti-globalist Front National in France.

Die Deutschen sehen ihre Wirtschaft gern als Maß der Dinge für den Rest Europas. Dabei beruht der Erfolg der deutschen Firmen seit der Jahrtausendwende weniger auf einem besonderen deutschen Arbeitsethos oder überlegener Ingenieurskunst. Und auch die im HartzIV-Paradigma eher moderat gestiegenen Arbeitskosten erklären die scheinbare Vorrangstellung nur zum Teil.

Seien wir ehrlich: Deutschland hatte auch Glück: Als große Industriemacht konnte es seine Produkte in der Blütephase der Globalisierung durch Handelsschranken kaum behindert in alle Welt exportieren.

Doch vieles spricht dafür, dass die guten Zeiten vorbei sind.

Die Renationalisierung Europas und der Ruf nach einer Schließung der Grenzen stellt vieles von dem in Frage, wovon die deutsche Wirtschaft besonders profitierte, zum Beispiel den europäischen Binnenmarkt.

Dazu kommt die Ungewissheit, welche Richtung die beiden größten Volkswirtschaften der Welt, China und die USA, ökonomisch einschlagen werden.

Diese Graphik zeigt, was auf dem Spiel steht: Die vier größten Abnehmer deutscher Waren erwartet 2016 und 2017 womöglich ein politisch-kultureller Umbruch, der die Handelsbeziehungen in Mitleidenschaft ziehen könnte:


Quelle: Destatis

China ist der viertwichtigste Käufer deutscher Produkte. Je holpriger der Umbau des Landes zur Dienstleistungsgesellschaft verläuft, desto schwerer werden es unsere Firmen haben, ihre Wachstumsraten beizubehalten.

Der Januar-Crash an der Börse Schanghai lässt befürchten, dass die Probleme tiefer reichen als bisher bekannt.


Die Aufwärtsdynamik ist dahin: Deutsche Exporte nach China auf Monatsbasis (in Millionen Dollar)
Quelle: Bloomberg


Das Vereinigte Königreich ist unser drittwichtigster Kunde. Sollten sich die Briten im dieses Jahr anstehenden Referendum für ein Ausscheiden aus der EU (Brexit) entscheiden, wird das die Handelsbeziehungen negativ beeinflussen.

Die Warenströme werden zwar nicht völlig kollabieren, wie es zum Beispiel Anfang der 1930er Jahre der Fall war.

Sicher würden die Partner versuchen, eine neue Freihandelszone auszuhandeln. Wie die TTIP-Gespräche zeigen, könnte das sich jedoch dahinziehen.

Die Dynamik des britisch-deutschen Handels wäre damit mit großer Wahrscheinlichkeit auf Jahre gebremst werden.

Nun zu unseren beiden größten Kunden: Die offiziellen Zahlen für 2015 liegen zwar noch nicht vor, volumenmäßig mag Amerika als Abnehmer vor Frankreich gelegen haben, doch die Stimmung in unserem Nachbarland ist ein Gradmesser für Bereitschaft, mit der ökonomischen Integration voranzuschreiten.

Wegen der konjunkturellen Schwierigkeiten im eigenen Land haben die Franzosen zuletzt ohnehin weniger deutsche Waren nachgefragt.

Sollte sich abzeichnen, dass Marine LePen von der rechtspopulistischen Partei Front National FN Chancen hat, 2017 die Präsidentschaftswahl zu gewinnen, wird das den europäischen Binnenmarkt und den deutsch-französischen Handel weiter zurückwerfen.


Deutsche Exporte nach Frankreich auf Monatsbasis (in Millionen Dollar)
Quelle: Bloomberg


Der Euro geht nicht zuletzt auf französische Initiativen zurück. Ein neuer Wirtschaftsnationalismus in Frankreich würde die Existenz der Währungsunion folglich in Frage stellen. Da könnte dann auch die EZB nicht mehr viel ausrichten.

Und auch über dem deutsch-amerikanischen Handel hängt ein Damoklesschwert. Die Chancen von Polit-Rabauken Donald Trump, nächster Präsident der Vereinigten Staaten zu werden, mögen aus jetziger Sicht gering sein. Doch wenn der Immobilientycoon gut abschneidet, könnte der Gewinner der Wahl, wer auch immer es sein mag, sich jedoch gezwungen sehen, einem Teil von Trumps populistischen Forderungen zu erfüllen.

Kein Wunder, dass der Dax schwächer ins Jahr gestartet ist als alle anderen großen Indizes. Für die Handelsnation Deutschland geht es um sehr viel


Fehlstart ins Jahr:
Kursveränderung in der ersten Handelswoche 2016  in Prozent


Dienstag, 5. Januar 2016

Vorsicht vor diesen Lieblingen

Roche Holding, Daimler, Richemont, Axa, Prudential, and Barclays are analysts' darlings among European equities. These stocks have the highest percentage of buy recommendations at the beginning of 2016. In the past beingt that popular was almost almost a guarantee for bad performance in the months to come.

Ja, als Individuen sind wir klug, als Kollektiv sind wir dumm, ziemlich dumm. Das gilt für Banker, aber auch für Journalisten. 

Doch Dummheit bietet auch Chancen - zumindest für die, die der Dummheit nicht hinterherlaufen. Zugegeben, letztes Jahr hat es nicht funktioniert, aber in den meisten Zeiträumen können Anleger gute Rendite machen, wenn sie exakt das Gegenteil von dem tun, was ihnen die Gesamtheit der Analysten rät. 

Gemäß der Kontra-Strategie sollten Anleger auch bei den aktuellen Favoriten der Branchenexperten Vorsicht walten lassen und 2016 eher auf die Underdogs setzen. 

Die Darlings der Analysten im Dax sind derzeit, gemessen am Anteil der Kaufempfehlungen: Daimler, HeidelbergCement, Deutsche Telekom, SAP und Infineon. Bei diesen Titeln sind die Erwartungen hoch - und folglich auch das Enttäuschungspotenzial. 

Im HDax der 110 größten Firmen zählen neben Daimler der Cloud-Dienstleister Cancom, der Automobilzulieferer Hella KGaA, das Biotech-Unternehmen Evotec und das Fintech-Unternehmen Wirecard zu den Schätzchen der Zunft. 


Quelle: Bloomberg, eigene Recherche

Umgekehrt sind die "hässlichen Entlein" einen Blick wert: Im Dax sind das (abgesehen von dem Versorgern RWE, der sich als Unternehmen neu erfinden muss): Volkswagen, BASF, Lufthansa, K+S und Deutsche Bank.

Bei diesen Firmen sind die Erwartungen niedrig, positive Überraschungen könnten den Kurs nach oben katapultieren. 

Im HDax bringen es Kabel Deutschland, Hannover Rück, MAN, Kuka und Pfeffer Vacuum auf fast gar keine oder nur wenige Kaufempfehlungen. So groß wie die Skepsis ist, müssten sich diese Werte dieses Jahr besser entwickeln als der Index


Rating von Bloomberg: 5=höchster Wert (ausschließlich Kaufempfehlungen), 1=niedrigster Wert

Die unbeliebtesten Aktien auf europäischer Ebene sind Anfang 2016 der Chemieriese BASF aus Deutschland, der Energienetzbetreiber National Grid und das Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline aus Großbritannien, der Maschinenbauer ABB und die Versicherung Zurich Insurance aus der Schweiz sowie der Energiekonzern ENI aus Italien.

Extrem populär sind dagegen neben Daimler die schweizerischen Konzerne Roche Holding (Pharma) und Richemont (Luxus), die französische Axa (Versicherung) sowie Prudential und Barclays (Finanzen) aus dem Vereinigten Königreich

Samstag, 2. Januar 2016

Aufsteiger und Absteiger

2015 war das Jahr Amerikas, und alles deutet darauf hin, dass auch 2016 ein amerikanisches Jahr werden wird. Die Vereinigten Staaten stellen jetzt, gemessen an der Marktkapitalisierung, mehr Unternehmen unter den Top-100 als alle anderen Nationen zusammen, nämlich 55!

Die zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt, China, ist mit elf Unternehmen unterdurchschnittlich vertreten. Darin spiegelt sich, dass die chinesischen Firmen zwar im heimischen Markt groß sind, oft aber noch keine weltweite Präsenz haben.

Nach dem zwischenzeitliche Börsenboom sind die Firmen aus dem Reich der Mitte im Jahr 2015 abgerutscht. Sie gehören zu den größten Verlierern der vergangenen zwölf Monate.

Die in der Ersten Liga der Weltwirtschaft vertretenen fünf Euro-Staaten Deutschland, Frankreich, Belgien, die Niederlande und Spanien bringen 13 Unternehmen in die Top-100 und damit mehr als die Volksrepublik mit ihren 1,3 Milliarden Einwohnern.

Die anderen BRIC-Mächte Brasilien, Russland und Indien sucht man vergebens.

Die Bundesrepublik bringt es mit sechs Unternehmen inzwischen auf fast so viele Firmen wie Großbritannien, das Mutterland des Kapitalismus.


Quelle: Bloomberg, Google Finance, eigene Recherche

In der Spitzengruppe hat es in den vergangenen zwölf Monaten markante Verschiebungen gegeben: Abgestiegen sind neben den Chinesen vor allem Energiefirmen: ExxonMobil ist von Rang zwei auf Rang fünf abgerutscht, Royal Dutch Shell von 24 auf Rang 42, BP rangiert nur noch an Position 70, die französische Total an Position 59. Der Verfalls der Rohstoffpreise fordert ihren Tribut.

Die Bergwerkskonzerne BHP Billiton und Rio Tinto, einst Riesen des globalen Kapitals, sind aus der Börsen-Oberliga ganz verschwunden.

Aufgestiegen und zwar rasant, sind dagegen Technologieunternehmen, neben AT&T vor allem der Internetkonzern Amazon, der von Platz 35 auf sechs nach oben schoss.


Rot: Absteiger des Jahres 2015, die immer noch unter den Top-20 sind
Quelle: Bloomberg, eigene Recherche

Das größte deutsche Unternehmen war Ende der deutsche Pharma- und Chemiekonzern Bayer mit einem Börsenwert von 96 Milliarden Euro (umgerechnet 104 Milliarden Dollar) auf Rang 66 der Weltrangliste, gefolgt von SAP und Daimler


Quelle: Bloomberg, eigene Recherche