Donnerstag, 10. Dezember 2015

Zinswende, welche Zinswende?

Alle Welt blickt auf die amerikanische Notenbank. Und weithin wird erwartet, dass Fed-Chefin Janet Yellen nach der Sitzung vom 15. und 16. Dezember eine Anhebung des Leitzins auf 0,5 Prozent verkündet. Der rangiert bekanntlich seit der Finanzkrise bei null.

Behalten die Auguren mit ihrer Prognose recht, wird es die erste Zinserhöhung seit 2006 sein. Doch während die Erwartung an den Geld- und Devisenmärkten einiges in Bewegungen gebracht hat, kann von einer Zinswende bei lang laufenden Anleihen keine Rede sein. Wie dieser Chart zeigt:


Manchmal ist das, was man nicht sieht, das Entscheidende: Kein Anstieg der Rendite am Markt
Quelle: FRED St. Louis Fed


Seit Frühjahr tändelt sich die Rendite 10-jähriger US-Treasuries zwischen 2,00 und 2,40 Prozent, bewegt sich also in einer äußerst engen Bandbreite. Eine klare Aufwärtstendenz ist nicht zu erkennen. Von einem Rendite-Ausbruch nach oben - keine Spur.



Seit Juni 2006 haben die amerikanischen Währungshüter den Leitzins nicht angehoben
Quelle: Bloomberg

Ganz so überzeugt von der Stabilität der amerikanischen Konjunktur, vom Jobmotor Amerika und von künftig wieder steigenden Inflationsraten scheint der Bondmarkt also nicht zu sein. Investoren sehen keine Notwendigkeit, ihre Positionen "am langen Ende" zu reduzieren.

Überflüssig zu erwähnen, dass das die Euro-Dollar-Prognosen in neuem Licht erscheinen lässt. Eine Parität sehe ich da noch lange nicht

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