Sonntag, 13. Dezember 2015

This is a crash warning

Es gibt ernst zu nehmende Crash-Indikatoren und weniger erst zu nehmende. Die Sotheby's-Aktie ist ein nicht ganz ernst zu nehmender. Dennoch ist der Kursverlauf des Titels einen Blick wert.

Einer Börsenweisheit zufolge sollten Anleger hellhörig werden, wenn das Papier des berühmten New Yorker Auktionshauses zu fallen beginnt. Häufig kommt es ein halbes bis dreiviertel Jahr danach zu einem allgemeinen Marktabschwung.

Warum könnte das so sein? Wie könnte der Abschwung einer einzigen Aktie ein Frühwarnsignal sein?


Die Aktie mit dem Kürzel BID ist unter Druck
Quelle: Bloomberg


Die Versteigerungen von Sotheby's ziehen ein extrareiches Publikum an. So kam im Mai 2012 eine Version von Munchs "Der Schrei" für 120 Millionen unter den Hammer. Das kann sich nicht jeder leisten.

Extrareiche Menschen haben als Konzernbesitzer oder Großinvestoren aber einen besonders tiefen Einblick in das Gefüge der Welt(wirtschaft).

Wenn die Geschäftserwartungen von Sotheby's zurückgehen, könnte das also darauf hindeuten, dass das Geld bei den Tiefblickern also weniger lockerer sitzt. Und das wiederum könnte eine bevorstehende Rezession ankündigen.

Der Abschwung der Auktionshaus-Aktie ist diesmal besonders heftig. Seit dem Hoch im Sommer (am 23. Juni lag der Schlusskurs bei 47 Dollar) hat Sotheby's an der Börse mehr als 40 Prozent an Wert verloren.

Gewiss sollte man den Sotheby's-Indikator nicht überbewerten, schließlich handelt es sich nur um ein einzelnen Unternehmen, das spezifische Probleme haben kann.

Doch die Zahl der Börsenregeln, die steigende Crash-Gefahr anzeigen, mehr sich: Mich beunruhigt zum Beispiel das schlechte Abschneiden von Warren Buffetts Holding Firmenkonglomerat Hathaway.

Aktuell steht die Holding an der Börse 13 Prozent niedriger als zu Jahresanfang, während der Index S&P500 nur etwas über zwei Prozent im Minus liegt.

Wenn Berkshire ein Abbild der US-Wirtschaft exklusive Technologiesektor ist, geht es der weltgrößten Ökonomie vermutlich schlechter als die offiziellen Konjunkturzahlen vermuten lassen.

Leitzinserhöhungen könnten da erhebliche Marktverwerfungen auslösen


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