Mittwoch, 9. Dezember 2015

Die Innovationselite spricht Amerikanisch

Five of the seven biggest companies in the world are less than 50 years old. Three of them are less than 25 years old. The youngest among the Top-Ten - Facebook - has just turned eleven. All of them are American, none of them is European.

Als ich ein junger Mensch war und gerade begann, mich für Wirtschaft zu interessieren, gab es in der alten Bundesrepublik eine weit verbreitete Erzählung. Sie lautete: Die USA sind eine Supermacht auf tönernen Füßen. Stark sind "die Amis" nur durch ihr Militär, ökonomisch haben sie kaum mehr zu bieten als ein Entwicklungsland. Keine innovativen Produkte, nur Öl und Rohstoffe, that's it.

Das war zur Zeit von Ronald Reagan. Und das war zur Zeit eines Japan, das Amerika technologisch scheinbar an die Wand spielt. Wir wissen, was aus Nippon rising geworden ist.

Das wir ironischer Weise aber auch zu einer Zeit, zu der zwei Technologiefirmen bereits gegründet waren, die unser tägliches Leben bestimmen: Microsoft und Apple.

Ich behaupte, dass es in der entwickelten Welt keinen Menschen gibt, der nicht irgendwann mit den Produkten der beiden Firmen konfrontiert ist. Über das iPhone, das iPad, das MacBook oder über das Windows Betriebssystem.


Die Hälfte der größten Unternehmen der Welt ist 40 Jahre oder jünger!
Quelle: Bloomberg, eigene Recherche

Apple ist heute, 39 Jahre nach seiner Gründung, das größte Unternehmen der Welt. Die Schöpfung von Steve Jobs Firma überragt mit einem Marktwert von 663 Milliarden Dollar alle anderen Konzerne, darunter Dutzende gute Firmen, die älter als 100 Jahre sind.

Mit einem Alter von 40 darf sich Microsoft bestenfalls einen Anflug von Midlife-Crisis leisten, von "alt" kann noch nicht die Rede sein. Doch in vier Dekaden haben Bill Gates und seine Kompagnons etwas geschaffen, das 446 Milliarden Dollar wert ist und damit so viel wie die fünf größten Dax-Konzerne zusammen.

Ich brauche nicht eigens zu erwähnen, dass kein einziges Unternehmen der globalen Top-Ten seinen Sitz nicht in Amerika hat. Die stärksten Europäer sind die Schweizer, die es in der Rangliste auf Platz 13 bringen. Dort steht Nestlé nämlich mit 242 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung.

Aber zurück zum Anfang. Wenn die USA eins gezeigt haben, dann, dass man sie nie nie abschreiben sollte. Die Fähigkeit Amerikas zur Selbst- und Welterneuerung ist immens.

Apple ist nicht einmal das krasseste Beispiel: In den Neunziger- und Nullerjahren, als die Deutschen von der New Economy schwärmten und sich viele in dieser Schwärmerei verirrten, haben die Amerikaner eine new economy gemacht.

Zwei der zehn größten Firmen der Welt sind so jung, dass sie in den US-Bundesstaaten am Tresen nicht einmal ein Bier bestellen könnten: Google und Facebook. Ein weiterer Gigant, Amazon, ist mit 21 Lenzen gerade in das Alter hereingewachsen.


Fünf der sieben größten Konzerne der Welt machen "was mit Internet" - und sie alle sind amerikanisch
Quelle: Bloomberg


Die Welt der Superkonzerne ist amerikanisch dominiert, und das nicht, weil es anderen Nationen an innovativen Köpfen mangelte. Die USA schaffen es, gute Idee nicht nur zu haben (das ist die Grundvoraussetzung), sondern daraus ein marktfähiges Produkt zu entwickeln.

Was macht Amerikas Erfolg aus? Ein großer Binnenmarkt, (relativ) einheitliche Regularien über die Grenzen der Bundesstaaten hinweg, die vermutlich besten Unis der Welt, eine innovations- und forschungsfreundliche Wirtschaftspolitik - das ist das eine. Dazu kommt eine zukunftszugewandte, fleißige und aufstiegsgetriebene Bevölkerung.

Und auch bitte nicht vergessen, wie sehr der Staat Forschung & Entwicklung fördert. Subventionen gibt es jenseits des Atlantiks zuhauf.

Wenn Europa denkt, es hat schon genug getan, wird es das 21. Jahrhundert als eine Art Museum beenden. Ein schönes, aber auch etwas verstaubtes Museum, in dem die Umsätze nur noch im Museum Shop gemacht werden.

Wo man selbstverständlich Englisch spricht, mit amerikanischem Akzent


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