Sonntag, 29. November 2015

Was raus muss. Was rein muss. Die Dezember-Regel

Anfang Dezember lohnt es besonders, einen Blick auf die Besten- und Schlechtesten-Liste an der Börse zu werfen. Die Erfahrung lehrt, dass sich in den letzten vier Wochen des Jahres jene Aktien besonders abgehen, die in den ersten elf Monaten vorne lagen.

Umgekehrt müssen die Elfmonats-Verlierer vor Ultimo mit einem neuen Ausverkauf rechnen. Fondsmanager und andere Investoren trennen sich von "Underperformern", mit denen sie am Jahresende nicht im Depot erwischt werden wollen.

Diese Scheu davor, sich quasi auf der Silvesterfeier mit den Losern zu zeigen, wird auch "Windowdressing" genannt.


Quelle: finanzen.net


Beim Blick durch das Fenster sehen wir - wenig überraschend - Volkswagen als einer der großen Minus-Macher des Jahres: 33 Prozent hat der abgasskandalumnebelte Autobauer im bisherigen Jahresverlauf an Börsenwert abgeben müssen.

Noch deftiger nach unten ging's für die ewigen Unterperformer E.on und RWE, die seit dem Super-GAU in Fukushima mehr verloren haben als der Fukushima-Betreiber TEPCO. Nach elf Monaten stehen sie schon 35 Prozent und 58 Prozent im Minus.

Ebenfalls auf der Verliererseite: der Stahl- und Technologiekonzern ThyssenKrupp, die Geldhäuser Commerzbank und Deutsche Bank und last not least die streikgeplagte Lufthansa.

Jubilieren könne dagegen die Aktionäre von der Medizintechnikfirma Fresenius, deren Papiere ein gesundes Plus von 61 Prozent an den Tag legten. Comeback-Kid des Jahres ist Adidas mit einem Wertzuwachs von 55 Prozent. Noch im Januar sah es so aus, als würden die Franken gegenüber Nike keinen Fuß mehr auf den Boden bekommen.


Geschäftszahlen Adidas Januar bis September
Quelle: Unternehmen

Ein gutes Jahr ist es auch für Infineon Technologies, Deutsche Börse sowie Deutsche Telekom.

Blickt man über die 30 Werte des Dax hinaus auf die 110 Werte des HDax, wundert man sich: Deutschland hat 2015 so etwas wie eine Tech-Rally erlebt - aber das scheint kaum jemand mitbekommen zu haben



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