Freitag, 27. November 2015

Volkswagen worst case scenario

What if ... #Dieselgate demolishs the brand Volkswagen beyond repair? What would that mean for Dax investors? Some intreaguing calculations show the VW scandal is not the end of all days. Lessons in counterfactual thinking.

Die VW-Aktie hat sich in den letzten Wochen kräftig erholt, von rund 86 Euro auf jetzt 125 Euro. Doch ist es zu früh, aus Anlegersicht Entwarnung zu geben. Es bleibt ein Restrisiko, dass der Abgasskandal die Marke Volkswagen schwer beschädigt und den Wolfsburger Konzern in eine möglicherweise existenzgefährdende Krise stößt.


Der Kurs der VW-Aktien im Dax hat sich bereits um 40 Prozent, bleibt aber weit unter dem Jahreshoch
Quelle: Bloomberg

Wir haben gelernt in Worst-case-Szenarien zu denken. Was wäre ein solches Volkswagen Worst-case-Szenario für den Deutschen Aktienindex (Dax) und damit auch für die Halter von Dax-Indexfonds?

Andreas Hürkamp von der Commerzbank hat ein paar interessante Überlegungen dazu angestellt. VW ist einer der größten privaten Arbeitgeber und dürfte trotz #Dieselgate größter Autobauer der Welt  bleiben. Gleichwohl wird das Gewicht der Niedersachsen im Dax oft überschätzt.

In die Berechnung des Leitindex fließen nämlich nur die Vorzugsaktien ein, und zwar mit einem Anteil von lediglich zwei Prozent. Die Stammaktien befinden sich zum überwiegenden Teil in festen Händen und qualifizieren sich somit nicht für das Börsenbarometer.

Nun, sollte der Kurs der Volkswagen-Vorzüge auf null absacken, würde das den Dax um verkraftbare 220 Zähler dezimieren, Der begrenzte Effekt rührt allerdings nur aus den Besitzverhältnissen bei VW. Insgesamt ist die Autoindustrie in Deutschland elementar.

Um das richtig einzuordnen: Würde das Index-Schwergewicht Daimler mit seinen fast neun Prozent Dax-Anteil auf null gehen, wäre der Absturz des Börsenbarometers gravierend:

In dem Fall fiele der Index um fast 1000 Punkte.


Kurs der Daimler-Aktie in Euro
Quelle: Bloomberg

Auch ein Totalausfall der Gewinne bei Volkswagen (wahrscheinlicher als ein Sturz der Aktie auf null) wäre für Dax-Investoren verkraftbar. Nach Hürkamps Berechnungen liefe das auf eine Beschneidung des durchschnittlichen Gewinnwachstums von zehn auf sieben Prozent hinaus. 

Würde hingegen Daimler mit plusminus null aus dem Geschäftsjahr 2016 gehen, würden die Dax-Werte im Durchschnitt gar kein Ertragswachstum mehr erzielen. Im Gegenteil: Rechnerisch käme dann ein Rückgang der Gewinne um fünf Prozent heraus (statt plus zehn Prozent). 

"Negative repercussions of the Volkswagen emissions scandal remain a key risk factor for the Dax outlook 2016", schreibt Commerzbank-Stratege Hürkamp. 

Dass ein Null-Jahr für Volkswagen nicht ganz unrealistisch ist, lässt die Entwicklung der Gewinn-Prognosen erkennen: Wurde der für 2016 erwartete Ertrag vor Steuern und und Zinsen (EBIT) zu Jahresbeginn noch auf 16 Milliarden Euro taxiert, so liegen die Schätzungen jetzt nur noch bei zehn Milliarden Euro.

In die andere Richtung geht es bei Daimler. Den für 2016 erwarteten Gewinn pro Aktie haben die Analytiker in den letzten zwölf Monaten um 20 Prozent hochgesetzt: von 7,40 Euro auf 8,80 Euro.
Die Dividende veranschlagen sie wegen der guten Auftragslage der Stuttgarter auf 3,30 Euro je Anteilschein. Im Frühjahr wurden erst 2,60 Euro anvisiert.


Quelle: Bloomberg, eigene Recherche

So erträglich der Abgasskandal als VW-Unternehmensaffäre zu sein scheint, so problematisch wäre eine Ausweitung auf andere Automobilhersteller, vor allem auf Daimler als Schlüsselaktie.

Nochmal Anlagestratege Hürkamp: "For the Dax it is very important that the VW emissions debacle remains company-related as particularly Daimler has become a very, very important Dax member."



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