Sonntag, 8. November 2015

Italy, Germany and the popularity of the euro

Italy's per capita GDP has been stagnating for ten years now. That might be one reason the euro is not too popular among Italiens. Elsewhere popular support for the single currency is strong, as the new Eurobarometer poll shows. 

Die Deutschen fühlen sich Italien verbunden. Das Land südlich der Alten ist für viele Bundesbürger der Sehnsuchtsort schlechthin. Deutsche und Italiener haben viel gemeinsam - zum Beispiel prägen erfolgreiche Mittelständler und Familienunternehmen die Wirtschaftsstruktur -, zugleich gibt es eine Sache, in dem sie sich gravierend unterscheiden:

Kaum zwei Länder liegen so weit auseinander, wenn es darum geht, die Wirkung des Euro auf ihre Ökonomie zu bewerten.

Deutschland gehört zu den Ländern, deren Bevölkerung die europäische Währung eher positiv als negativ sieht. Nach der jüngsten Eurobarometer-Umfrage der EU-Kommission sind 70 Prozent der Bundesbürger der Meinung, dass der Euro ihrer Heimat gut tut. Rund ein Fünftel äußert sich dagegen skeptisch.


Quelle: Eurobarometer November 2015

Nur zwei Nationen beurteilen das europäische Geld noch vorteilhafter, Luxemburg und Irland - die Iren übrigens trotz des rigiden Anpassungsprogramms in Nachklang der Schuldenkrise.

Ganz anders das schönste Land Europas (und vielleicht der Welt): In Italien können sich lediglich 49 Prozent der Befragten zu der Aussage durchringen, der Euro sei gut für die heimische Wirtschaft. 
Damit sind die Italiener das einzige Volk, in der sich keine Mehrheit für die Aussage findet: "Den Euro zu haben, ist eine gute Sache für mein Land." Selbst in Zypern, das einst einen Kapitalschnitt erdulden musste, stellen die Euro-Fans die Mehrheit, wenngleich nur hauchdünn mit 50 Prozent. 

Interessanterweise findet das europäische Geld sowohl in Geberländern wie der Bundesrepublik (70 Prozent) oder Finnland (64 Prozent) als auch in "Programmländern" wie Spanien (64 Prozent) oder Portugal (61 Prozent) eine breite Unterstützung. Im krisengeschüttelten Griechenland liegt der Anteil der positiven Einschätzungen bei 65 Prozent. Der Grexit scheint in weite Ferne gerückt.

Warum könnte die Zustimmungsrate zum Euro ausgerechnet in Bella Italia so niedrig sein? Dabei muss berücksichtigt werden, dass auch die explizite Ablehnung der europäischen Währung unter den Italienern mit 41 Prozent besonders hoch ist.

Ein Grund dürfte sein, dass das Wachstum seit Einführung des Euro eines der niedrigsten in der Währungsunion war. Das Wohlstandsniveau zumindest im Norden des Landes ist zwar weiterhin eines der höchsten in der Alten Welt. Allerdings stagniert die Wirtschaftsleistung pro Kopf seit etwa einem Jahrzehnt.

Während das italienische Bruttoinlandsprodukt (BIP) seit 2005 nur von 25.800 auf 26.800 Euro per capita stieg, was einem Plus von mageren vier Prozent entsprach. klettert das spanische trotz Immobilienkrise von 21.300 auf 23.700 Euro, also um elf Prozent.
Italien erlebt zwar keinen Abstieg in absoluten Zahlen, aber doch einen im Vergleich zu anderen Nationen innerhalb und außerhalb der Währungsunion.


Das italienische Wohlstandsniveau tritt seit einer Dekade auf der Stelle
Quelle: IWF World Economic Outlook Oktober 2015


Euro-Anhänger mögen Trost darin finden, dass selbst in Italien die Zustimmung zu Euro steigt. Verglichen mit dem vorigen Eurobarometer ist die positive Einschätzung jetzt um sechs Prozentpunkte höher ausgefallen als bei der vorherigen Umfrage vor einem Jahr.

Noch etwas: Nach Angaben der Kommission war die Einstellung zur europäischen Währung noch nie so positiv wie derzeit. Das Eurobarometer wird seit 2002 in unregelmäßigen Abständen erhoben und macht immer dann Schlagzeilen, wenn die Ablehnung des Euro zugenommen hat.

Das Eurobarometer basiert auf 17.500 telefonischen Interviews, die zwischen dem 12. und dem 14. Oktober in 19 Euro-Ländern durchgeführt wurden.

Weist das Eurobarometer steigende Sympathien für den Euro aus, ist es den Nachrichtenportalen keine Meldung wert. Soviel zum Thema Mainstream-Medien

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