Samstag, 10. Oktober 2015

Gender diversity dabacle?

German companies with a higher percentage of women in the board tend to perform better at the stock market than companies with a low percentage.

Ab 2016 gilt in Deutschland eine gesetzliche Frauenquote für Aufsichtsräte.

Aus politischer Sicht lässt sich einiges gegen eine solche Vorgabe einwenden. Der Staat mischt sich schon auf so vielen Ebenen in die Wirtschaft ein, dass es schwer nachvollziehbar erscheint, warum er auch noch die Zusammensetzung von Gremien von den Chromosomen der Mitglieder abhängig machen will.

Dagegen steht die Diagnose, dass die Kontrollgremien der Deutschland AG oft einem Altherrenklub ähnelten und häufig noch ähneln. Ein wenig frischer Wind kann da nicht schaden. Verkrustete Strukturen bringen den Kapitalismus zum Erliegen.

Diesseits der gesellschaftlichen Dabatte stellt sich die Frage: Werden Unternehmen schlechter, wenn der Gesetzgeber ihnen einen Mindest-Anteil von Frauen im Kontrollgremium vorschreibt. Ist Diversität der Weg zum Debakel?

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hat untersucht, wie stark das schöne Geschlecht in den Aufsichtsräten vertreten ist. Das Ergebnis erlaubt uns, als grobe Annäherung, die Frauenquote in Relation zum Abschneiden der Firmen an der Börse zu setzen.

Eine erste Auswertung gibt keinen Anlass zur Besorgnis, dass die höhere Frauenquote eine Firma in eine produktivitätstötende Behörde oder einen palavernden Studentinnenausschuss verwandelt.

Die Dax-Konzerne mit dem höchsten Anteil weiblicher Aufsichtsratsmitglieder sind Henkel mit 44 Prozent, Munich Re mit 40 Prozent und Infineon sowie Merck KGaA mit 38 Prozent. Keiner dieser Gesellschaften hat das geschadet.

An der Börse haben sich diese Unternehmen durchweg besser entwickelt als der Leitindex. In den vergangenen fünf Jahren verbesserten sie sich zwischen 106 Prozent (Infineon) und 174 Prozent (Merck KGaA), während der Dax um 54 Prozent zulegte.

Bei den Dax-Firmen mit einem auffällig niedrigen Frauen-Anteil im Kontrollgremium finden sich
dagegen einige Problemfälle. Die tief roten Versorger E.on und RWE gehören dazu, aber auch K+S (minus 18 Prozent inklusive Dividende).

Ebenfalls für einen traditionell niedrigen Prozentsatz weiblicher Vertreter im Kontrollorgan steht der jüngte Skandalfall Volkswagen mit unterdurchschnittlichen 44 Prozent Plus.




Quelle: DSW


Andererseits haben die Medizintechnik-Unternehmen Fresenius und Fresenius Medical Care (FMC) Aufsichtsräte, die ausschließlich aus Herren bestehen. Die Aktien haben an der Börse dennoch gut abgeschnitten,

FMC verteuerte sich seit Oktober 2010 zum Beispiel um 63 Prozent,die Mutter Fresenius sogar um 213 Prozent, und das obwohl der Aufsichtsrat des Unternehmen nicht nur männlich dominiert ist, sondern auch den höchsten Altersdurchschnitt im Dax aufweist.

Als Fazit bleibt: Ökonomisch scheint höhere Geschlechterdiversität kein Problem zu sein, sondern im Gegenteil sogar wünschenswert. Ob uns eine gesetzliche Quote gesellschaftlich voranbringt, steht freilich auf einem anderen Blatt




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