Dienstag, 6. Oktober 2015

Frauen schlagen Männer bei der Geldanlage

Women tend to be more successful investors than men, an analysis of 600,000 private portfolios in Germany suggests. 

Liebe Männer, Ihr müsst jetzt ganz tapfer sein. Aber die Hinweise verdichten sich: Frauen sind die besseren Investoren. Und ältere Damen sind besonders erfolgreich.

Als größte Direktbank in Deutschland führt die ING DiBa rund 900.000 Wertpapierdepots. Eine Auswertung so vieler Portfolien erlaubt Rückschlüsse auf den Anlageerfolg verschiedener Bevölkerungs- und Altersgruppen.
Genau diese Auswertung hat die Direktbank jetzt auf Basis von 584.000 Kundendepots gemacht.

Das Ergebnis: Von Frauen verwalteten Portfolien schneiden im Durchschnitt besser ab als von Männern gemanagte.


Quelle: ING Diba

Der Unterschied ist gravierend: Die "weiblichen" Portfolios brachten es in dem betrachteten Zeitraum (29. August 2014 bis 31. August 2015) auf einen Gesamtertrag von 5,8 Prozent, die "männlichen" auf 4,1 Prozent, jeweils abzüglich Provision. Zum Vergleich: Der Weltaktienindex MSCI World legte in diesen zwölf Monaten in Euro gerechnet um 13 Prozent zu.

Wer sein Depot zur Hälfte auf internationale Aktien und deutsche Staatsanleihen aufteilte, konnte mit Indexfonds abzüglich Gebühren etwas über sechs Prozent erwirtschaften. Mit 5,8 Prozent verfehlten die Privatinvestorinnen diese Zielmarke also nur knapp. Männer hingegen blieben klar hinter den Möglichkeiten des Marktes zurück. Bitter.

Jetzt ist das mit solchen Studien ja so eine Sache. Sie sind zunächst nur eine Momentaufnahme. Doch die Überlegenheit des schönen Geschlechts beim Investieren scheint eine sich bestätigende Tatsache zu sein.

In der vorherigen Erhebung der ING DiBa vor zwei Jahren (damals bezogen auf das erste Halbjahr 2013), schlugen die Damen die Herren ebenfalls, obwohl ein ganz anderes Kapitalmarktumfeld herrschte.
Seinerzeit brachten es die Depot-Inhaberinnen in einem halben Jahr eine Durchschnittsrendite von 3,6 Prozent, Depot-Inhaber schafften im Mittel nur 2,3 Prozent. Ein Fifty-Fifty-Porfolio aus Dividendenpapieren global und deutschen Renten hätte 5,5 Prozent abgeworfen.

In der aktuellen Analyse liegt das Anlageergebnis der Frauen stolze 41 Prozent über dem der Männer, in der Studie von 2013 war ihre Rendite 57 Prozent höher.

Wie lässt sich die beharrliche Outperformance der Frauen erklären? Vor zwei Jahren zeichneten sich die weiblichen Portfolien dadurch aus, dass sie ausgeglichener sind. Vermögensverwalter berichten zudem davon, dass die Damen weniger dazu neigen zu traden und so weniger Performance unnötig über Gebühren vernichten.



Frauen neigen dazu, ihr Vermögen intelligenter zu streuen, wie die Depot-Aufteilung von 2013 zeigt
Quelle: welt.de

Bestätigt hat sich auch ein anderes Ergebnis: Ältere haben größeren Erfolg bei der Geldanlage als Jüngere. In der aktuellen Erhebung erzielten Privatanleger im Alter von 76 Jahren und darüber mit 6,5 Prozent klar den höchsten Ertrag.

Die Altersgruppe der 36- bis 45-Jährigen brachte es nur auf 3,5 Prozent, die der 26- bis 35-Jährigen auf magere 2,9 Prozent.

Auffällig: Je Jünger die Anleger, desto weniger Erfolg hatten sie bei der Geldanlage, Ausnahme sind die ganz Jungen, bei denen wir annehmen können, dass die Senioren bei der Auswahl der Depot-Werte mitgeholfen haben.

Das scheint darauf hinzudeuten, dass die erzielte Rendite doch von der Erfahrung abhängt. Und dass man Investieren lernen kann – und sei es nur der richtige Umgang mit dem Risiko





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