Mittwoch, 23. September 2015

Schnäppchen Volkswagen?

It rarely pays off to bet on fallen angels in the stock market. Neither oil giant BP nor German banks nor German utility companies E.on and RWE have recovered to former highs.

Volkswagen hat seit Bekanntwerden der Abgas-Manipulation an der Börse fast 30 Milliarden Euro an Marktwert verloren. Viele fragen, ob sie die VW-Aktie zu diesem "Schnäppchen-Preis" jetzt nicht kaufen sollen.


Das Image von Volkswagen ist ramponiert, wie dieses Emblem auf einem Beetle
Foto: Daniel Eckert

Nicht so schnell, sagen die Marktinspektoren der Société Générale (SocGen). Allein die Strafe für die mutmaßlich Täuschung der US-Umweltbehörden könnte den Jahresgewinn des Konzerns mehr als aufzehren.

Konzerne, die wegen eines Skandals oder wegen eines Managementfehlers schlagartig abschmieren, werden an der Börse gefallene Engel (fallen angels) genannt. Sind solche gefallenen Engel ein gutes Investment?

Als abschreckendes Beispiel nennen die SocGen-Experten den britische Energiekonzern BP nach dem Deepwater-Horizon-Unglück im April 2010.

Die Explosion auf einer von BP geleasten Ölplattform im Golf von Mexiko führte damals zu einer der schlimmsten Umweltkatastrophen aller Zeiten und hat für die Briten bisher Folgekosten von insgesamt 55 Milliarden Dollar (ca. 49 Milliarden Euro) nach sich gezogen.

Die Parallele zu Volkswagen liegt natürlich in den möglichen US-Schadenersatzklagen.

Quelle:  Screenshot Société Générale


Ähnlich wie heute VW stürzte BP damals an der Börse ab. Doch ein wirklich gutes Investment war die Aktie nur für den, der wirklich am absoluten Tiefpunkt kaufte.

Wer kein Glücksritter des perfekten Moments war, wäre mit einem Indexfonds auf den MSCI World oder den britischen FTSE100 besser gefahren.


Kursverlauf von BP: Die Stände von vor Deepwater Horizon liegen in weiter Ferne
Quelle: Bloomberg


Selbst wer das Tief des Ölriesen 2010 abpasste, fuhr mit einem Indexfonds (gelbe und rote Linie) besser
als mit der BP-Aktie (weiße Linie)
Quelle: Bloomberg


Und wer könnte heute schon sagen, wann Volkswagen am Tiefpunkt ist? Man denke nur an die deutschen Versorger. Oder den Weltmeister der Gewinnwarnungen: Bilfinger. Oder die Commerzbank.

Natürlich gibt es auch einige Gegenbeispiele wie Bayer nach dem Lipobay-Skandal. Doch die ändern nichts am allgemeinen Trend.

Auf die gefallenen Engel zu setzen, zahlt sich an der Börse nur selten aus


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