Montag, 14. September 2015

Did China's central bank kill the gold boom?

Gold bugs should be worried about China's shrinking FX reserves. That's because they have an effect on US real yields which make bullion investments attractive - or not.

Die Zusammenhänge zwischen Chinas Aufstieg und der Goldpreis-Hausse der Jahre 2002 bis 2011 sind unstrittig. Eine wohlhabender werdende Mittelschicht kauft mehr Edelmetall - als Absicherung und als Statussymbol. Wohlstandsgold war eine der großen "Stories", die die Rallye in der vergangenen Dekade antrieben.

Doch der China-Faktor wirkt auch auf einer anderen Ebene auf den Goldpreis ein, nämlich über die Notenbankpolitik und die Devisenreserven. Und dieser Effekt sollte Anhänger der alternativen Währung im Moment beunruhigen.

Der erste Schlag versetzte den Goldkäfern die People's Bank of China (PBoC) Mitte Juli, als sie mitteilte, in den vergangenen fünf Jahren nur 604 Tonnen des gelben Metalls gekauft zu haben. Die Zentralbank in Peking blieb damit weit hinter den Flüsterprognosen ("die haben längst 5000 Tonnen oder mehr" etc.) zurück.

Größere Sorge muss Fans des Edelmetalls aber ein zweiter Effekt machen, und das hängt mit dem "conundrum" zusammen. Als conundrum oder auf Deutsch Rätsel hat Alan Greenspan, der frühere Chef der Federal Reserve, 2004 eine verstörende Anomalie an den Bondmärkte bezeichnet: Obwohl die US-Notenbank den Leitzins nach oben wuchtete, gingen die Marktzinsen der lang laufenden Anleihen zurück.

Die plausibelste Erklärung dafür: Beim Aufbau seiner Devisenreserven kaufte China so viele Dollar-Papiere, dass sie deren Kurs mit ihrer brachialen Nachfrage deutlich nach oben trieb und die Rendite spiegelbildlich nach unten.

Was hat das mit dem Goldpreis zu tun? Da damals die Inflation nicht im gleichen Maß zurückging, blieb Anleihe-Investoren unter dem Strich weniger Zins zum Kaufkraft-Ausgleich: Die Kurve der Realrendite drehte deutlich nach Süden.

Zwischen 2002 und 2008 sackte die reale Verzinsung in den USA, bezogen auf Treasuries mit zehn Jahren Laufzeit, von vier auf minus zwei Prozent.

Eine sinkende Realrendite aber ist das ideal Umfeld für Gold als Investment.


Realrendite 10-jähriger US-Staatsanleihen (Treasuries),
errechnet aus Nominalrendite abzüglich Verbraucherpreis-Inflation
Quelle: Bloomberg

Mit Ausnahme einer mächtiger Gegenbewegung in der Finanzkrise 2009 blieb die amerikanische Realrendite lange Zeit unten. Doch nun scheint sich die Situation ins Gegenteil zu verkehren: Trotz zurückgehender Inflationserwartungen und extrem niedriger Inflationszahlen bleiben die US-Zinsen hoch: Hurra, die Realrendite steigt wieder!


Zuerst schwollen Chinas Devisenreserven schier unaufhörlich an.
Doch seit 2014 schmilzt der Devisenschatz
Quelle: Bloomberg

Die plausibelste Erklärung dafür sind nennenswerte Anleihen-Verkäufe durch die Chinesen. Deren Devisenreserven schwinden nämlich, allein seit August 2014 um gut 400 Milliarden Dollar. Die schwächere Konjunktur und das Verblassen der BRIC-Wachstumstory fordern ihren Tribut.

Denn schwindende Fremdwährungsreserve sind auch bei anderen großen Schwellenländer wie etwa Brasilien zu beobachten, die mit einer Litanei von Problemen zu kämpfen haben. Wachstumsschmerzen fast überall.

Jedoch ist die Volksrepublik der mit Abstand größte Spieler auf diesem Terrain. Aktuell gebietet Peking über knapp ein Drittel aller Devisenreserven auf dem Globus. Der nächst größte Staatsschatz wird ebenfalls von einer asiatischen Nation gehalten: von Japan.

Dessen Wirtschaft rutscht 2015 einmal mehr in die Rezession.

Wer also wirklich wissen will, in welche Richtung sich der Goldkurs bewegt, sollte weniger auf das Gefasel von Verschwörungstheoretikern hören. Er sollte diese vier Daten im Blick behalten:


1. Gold-Käufe chinesischer Anleger und Sparer

2. Gold-Käufe der chinesischen Zentralbank

3. Auf- und Abbau der chinesischen Devisenbestände

4. Entwicklung der Realrendite lang laufender US-Staatsanleihen


Auch wenn wir es gern anders hätten: Was das Edelmetall angeht, ist Mitteleuropa nicht der Nabel der Welt. Der Goldkurs wird mehr in Asien und in den Schwellenländern gemacht, als uns lieb sein kann




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