Mittwoch, 2. September 2015

Außer Vola nix gewesen?

Wo bleibt eigentlich die Erderwärmung, wenn man sie braucht? Der Spruch hat dieses Jahr nicht so richtig gepasst. Denn der Sommer 2015 war in Deutschland tatsächlich außergewöhnlich warm und trocken.

Viel eher könnte man fragen: Wo bleibt eigentlich die Asset-Bubble, wenn man sie braucht? Wo ist die Billiggeldblase, die alle Vermögenspreise immer weiter nach oben treibt?

Nachdem drei Viertel des Jahres um sind und ein Roter August die Nerven der Börsianer strapaziert hat, fragen sich viele: Mit welcher Anlageform lässt sich nach Abzug von Inflation und Transaktionskosten überhaupt noch Wertzuwachs erzielen?

Von Zinsprodukten brauchen wir nicht zu reden. Deren Rendite tendiert gegen null, und die Zeit der Kursgewinne scheint bei Bundesanleihen ebenfalls vorbei zu sein. Wer auf steigende Ölpreise spekulierte, fuhr fette Verluste ein. Selber schuld.

Und Dividendenpapiere? Der Dow Jones Index steht nach den ersten acht Monaten des Jahres neun Prozent im Minus, Ausschüttungen mit eingerechnet.

Lediglich die starke Aufwertung des Dollar hat in US-Aktien engagierte Euro-Bürger vor einem Vermögensschwund bewahrt. Ähnliches gilt für den internationalen Index MSCI Word. Auch hier sorgten vor allem Währungsgewinne für eine positive Bilanz.

Abgesehen von internationalen Aktien hätte sich aus Investorensicht kaum ein Börsenengagement gelohnt. Passabel scheint die Chance/Risiko-Relation allenfalls noch bei deutschen Immobilien zu sein, allerdings ist der Erwerb mit hohen Steuern und Nebenkosten belastet.


Wertentwicklung in Prozent - Angaben auf Euro-Basis
Quelle: Bloomberg, Standard & Poor's


Dax-Aktien (plus zwei Prozent) und Gold (plus vier Prozent) brachten im bisherigen Jahresverlauf bei weitem nicht genug, um die Seelenpein der heftigen Kursschwankungen (Vola) auszugleichen.

Natürlich kommt es auf den Betrachtungszeitraum an. Doch wenn man bedenkt, dass die Geldpolitik weiter expansiv ist, passt ein Dow-Jones-Rückgang von neun Prozent auf Dollar-Basis nicht ins Bild einer globalen Super-Bubble. Und ein Dax, der bei steigenden Unternehmensgewinnen nur zwei Prozent macht, ebensowenig.

Vielleicht ist nicht nur Geld nicht so wichtig. Vielleicht ist auch Geldpolitik gar nicht so wichtig, wie viele glauben




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