Dienstag, 15. September 2015

15. September 2008 ... war da was?

Wenn mit der Pleite von Lehman heute vor sieben Jahren ein neues Zeitalter begonnen hat, dann hält sich das neue Zeitalter an den Kapitalmärkten ziemlich gut verborgen.

Die wichtigsten Anlageklassen haben sich seither in etwa so entwickelt wie im historischen Schnitt der vergangenen 30 Jahre.


Quelle: Bloomberg

Deutsche und amerikanische Aktien legten einschließlich Dividende um sieben und acht Prozent per annum zu. Wohlgemerkt, die Daten beziehen sich auf den letzten Einstiegszeitpunkt vor dem großen Absturz, also ehe man zu den Schnäppchenkursen des Winters 2008/09 (nach)kaufen konnte.

Gold und Staatsanleihen haben etwas schlechter abgeschnitten als Standardwerte. Aber da sie keine Beteiligung an Unternehmen sind, die Wohlstand schaffen, lässt sich das ökonomisch begründen.

Etwas hinter dem Trend zurückgeblieben ist die Wertentwicklung europäischer Anteilscheine. Die Strukturschwäche der Euro-Zone fordert ihren Tribut. Und doch wird sich kaum jemand über eine Jahresrendite von rund vier Prozent beklagen. Eher schon über die teils seekrank machenden Kursschwankungen an Börsen wie Rom oder Madrid.

Die große negative Ausnahme vom positiven Gesamttrend sind Bank- und Energieaktien. Ersteren haben Regulierungen und Strafzahlungen die Margen verhagelt, letzteren Energiewende und Carbon Bubble.

E.on-Aktionäre haben seit dem Tag vor Lehman zwei Drittel ihres eingesetzten Geldes verloren. Eine Beteiligung an RWE verminderte das Vermögen seit September 2008 um brutale 72 Prozent, Ausschüttungen eingerechnet.

Auch die deutschen Finanztitel bleiben auf Siebenjahressicht Wertvernichter, splitbereinigt steht die Commerzbank heute 90 Prozent niedriger als damals, die Deutsche 49 Prozent. Ausschüttungen hellen die Bilanz etwas auf, das Minus beträgt dann 41 Prozent. Land ist für die Aktionäre des größten Geldhauses aber nicht in Sicht.

Ansonsten gilt: Nine Fifteen? 15. September 2008? War da was?

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