Montag, 31. August 2015

Wenn der starke Euro Kummer macht

While the euro has depreciated against the Swiss franc and the US dollar, it has tended to be strong against a wide range of Emerging Markets currencies. 

Und was macht der Dollar? fragte stets André Kostolany und zog dazu theatralisch die Augenbrauen hoch. Heute würde der Börsenaltmeister mit ebenso großem Recht fragen: Und was macht der Euro?

Konträr zu allgemeinen Wahrnehmung ist es nicht etwa ein imaginärer Verfall des Euro, die den Dax-Aktionären Kummer bereitet, sondern die jüngst Stärke der Gemeinschaftswährung.

Zwar hat der Euro auch 2015 wieder ein gutes Stück zur Leitwährung Dollar abgewertet, und zum Schweizerfranken ohnehin, doch gegenüber jeder Menge Devisen hat er sich verteuert, teils sogar drastisch. Darunter befinden sich Währungen nennenswerter Handelspartner, zum Beispiel der Brasilianische Real.


Gegenüber diesen Währungsräumen hat sich die Wettbewerbsposition der Eurozone 2015 verschlechtert
Quelle: Bloomberg

Dazu kommt noch, dass der Euro zuletzt ausgerechnet an schwachen Börsen-Tagen steigt. Das rührt daher, dass Hedgefonds ihn wegen der niedrigen Zinsen verstärkt als Finanzierungswährung für ihre carry-trades nutzen.

Laufen die Märkte gegen sie, fahren sie ihre Geschäfte zurück und tilgen die Euro-Kredite vorzeitig.
Sie müssen die Währungen ihrer aufgelösen Zielinvestments (zum Beispiel US-Dollar) an den Devisenmärkten in Euro tauschen: Der Kurs zieht an.

So kommt im Börsen-Crash von der Währungsseite keine Entlastung für den Aktienmarkt, sondern zusätzlicher Druck.

Es ist nicht leicht mit dem Euro


Gegenüber der Schweiz, dem Dollar-Raum, Großbritannien und anderen hat sich die Wettbewerbsposition verbessert
Quelle: Bloomberg







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