Montag, 17. August 2015

Vom Zinse verweht

Der Euro ist nicht die einzige Währung, die dieses Jahr unter die Räder kommt. Gerade die Devisen der wachstumsstarken asiatischen Schwellenländer sind unter massivem Abwertungsduck – aktuell am stärksten der Ringgit: Die malaysische Währung erlebt nach Einschätzung vieler Beobachter eine ähnliche spekulative Attacke wie unter dem Großmeister der "Makro-Wetten" George Soros 1998.



Quelle: Bloomberg


Ruhe wird allenfalls einkehren, wenn die US-Notenbank Federal Reserve von ihrem Ziel abrückt, den Leitzins noch dieses Jahr zu erhöhen. Denn in einer gefährlichen Welt ist ein geringer, aber sicherer Zins in den Vereinigten Staaten allemal besser als eine hohe, aber unsichere Rendite auf einem Kontinent, der sich politisch und wirtschaftlich so sehr im Umbruch befindet. Und dessen Regierungen teils schwer zu durchschauen sind.

Je höher also der (Real)Zins in Amerika, desto wackliger die Emerging-Markets-Wechselkurse, und das gilt umso mehr wenn die Volkswirtschaft wie bei Malaysia und Indonesien gegeben von Rohstoff-Exporten abhängig ist.

Nur: Wird die Fed diesmal Rücksicht nehmen? Ewig kann sie den überfälligen Zinsschritt der eigenen Glaubwürdigkeit willen nicht hinauszögern. Früher hieß es:
The Dollar is our currency, but it's your problem.

Und das gilt heute wie eh und je

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