Montag, 10. August 2015

Europas Firmengewinne heben ab

Erstmals seit Ausbruch der Euro-Schuldenkrise ist die Gewinnentwicklung der europäischen Firmen deutlich positiver als die ihrer amerikanischen Wettbewerber.

Das zeigt eine Übersicht des US-Vermögensverwalters J.P. Morgan Asset Management. Demnach schlagen die Ertragserwartungen der Europäer die der Amerikaner deutlich.

Während die Gewinne jenseits des Atlantiks in den nächsten zwölf Monaten leicht zurückgehen sollen, dürfen die hiesigen Unternehmen im gleichen Zeitraum mit einem Plus von fünf Prozent rechnen. Tendenz steigend.

Eine wichtige Triebfeder ist der schwächere Euro, der bei aktuell 1,09 Dollar 24 Dollar-Cent niedriger notiert als vor Jahresfrist. Der Draghi-Effekt wirkt.


Quelle: J.P. Morgan Asset Management


Doch die Währung ist eben nicht alles. Das zeigt die Entwicklung in den Schwellenländern. Deren Firmen sehen sich mit horrend schlechten Geschäftsaussichten konfrontiert.

Seit Mitte 2014 sind die Gewinnerwartungen in den Emerging Markets kollabiert, und das obwohl die Devisen teilweise kräftiger abgewertet haben als der Euro. Das gilt zum Beispiel für den Brasilianischen Real, der sich zum Dollar um 34 Prozent verbilligt hat.

Nicht zuletzt der Verfall der Rohstoffpreise, nun aber auch wachsende Konjunktursorgen in China lassen frühere Ertragsprognosen überaus optimistisch erscheinen.

Hoffnung auf Kursgewinne bei europäischen Aktien? Bedenke: Die Kapitalmärkte haben die neue transatlantische Ertragsdivergenz großzügig vorweggenommen: Während die Börse in Rom und Paris dieses jahr mehr als 20 Prozent zugelegt hat, steht der Dow Jones vier Prozent im Minus



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