Dienstag, 11. August 2015

Lehre dein Kind nicht Goldschürfen, sondern Appen!

Sisyphos wäre heute ein Goldgräber. Oder zumindest der Eigentümer einer Goldmine. Denn obwohl sich der Preis des gelben Metalls in den vergangen zehn Jahren verdoppelt hat, stehen die meisten Minen-Aktien heute niedriger als damals!

Das ist übel. Mit der Apple-Aktie hingegen ließ sich das Geld im gleichen Zeitraum verzehnfachen. So verwandelten sich 100 Dollar 2005 in die Papiere des iPhone-Bauers investiert, in 2000 Dollar, die jüngste Apple-Kursschwäche einkalkuliert.

Aus den 100 Dollar, die ein Sparer in die Aktie des größten nordamerikanischen Minenbetreibers Goldcorp steckte, wurden dagegen 80 Dollar. Und das obwohl die Unze heute mehr als doppelt so hoch steht wie 2005.


Quelle: Bloomberg

Wie ist das möglich? Wie kann eine Firma heute weniger wert sein, wenn sich das, was sie anbietet, heute für 1100 Dollar verkaufen lässt statt für 400 bis 500 Dollar, wie es vor zehn Jahren der Fall war?

Ein Teil der Antwort liegt in der Natur des Geschäfts: Apple steht ein Produkt her, bei dem sich mit Kreativität und Zähigkeit immer wieder ein Wettbewerbsvorteil erringen lässt. Freilich zeigt das Beispiel Nokia, dass Marktführerschaft durch Fehlentscheidungen verloren gehen kann.

Prinzipiell lässt sich Kreativität jedoch erneuern. Bei einem einmal ausgebeuteten Goldvorkommen ist das anders. Einmal weg bedeutet: weg für immer. Das Geschäft eines Bergwerkskonzerns ist auf Endlichkeit ausgelegt. Irgendwann sollte der Börsenkurs daher gegen null gehen.

Dazu kommt: Der Goldpreis ist zwar gestiegen, gestiegen sind jedoch auch die Produktionskosten, gerade in Boomzeiten nimmt man es in der Branche nicht so genau mit den Ausgaben, am wenigsten wenn es um die Gehälter der Bosse geht. So hat Goldcorp-Chef Chuck Jeannes 2014 nicht weniger als 8,5 Millionen Dollar eingeheimst, in einem Jahr, als der Gewinn je Aktie um 22 Prozent einbrach und der Börsenkurs um elf Prozent zurückging.

Spitzenmanager von Minenkonzernen verdienen prächtig. Für die Aktionäre von Goldminen gilt das nicht unbedingt. Der Zehnjahres-Chart von Goldcorp ist ein Trauerspiel, die Gewinnentwicklung ebenfalls. Andere Digger-Aktien aus Nordamerika zeigen einen ähnlich ernüchternden Verlauf.




Quelle: Bloomberg
Auch bei nichtwestlichen Minengesellschaften gestaltet sich die Gewinnentwicklung keineswegs kontinuierlicher, wie hier zum Beispiel beim russischen Marktführer:


Quelle: Bloomberg




Wenn du deinem Kind etwas Gutes tun willst, lehre es nicht Goldgraben, sondern eine Smartphone-App programmieren

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