Sonntag, 23. August 2015

Ich bin dann mal weg ...

Nicht ich bin weg, sondern die globale Börsenally. Sie wird diesen Roten August nicht überleben.

Fällt der Dax heute unter 9900 Punkte, und die vorbörslichen Indikatoren deuten das an, befindet sich der deutsche Aktienmarkt "offiziell" im Börsenmarkt. Ein Rückschlag von 20 Prozent (dadurch ist ein Bärenmarkt definiert) mag verschmerzbar und in gewisser Weise sogar gesund erscheinen.

Schließlich erfolgt der Abstieg von einem Rekordhoch, das in einer frenetischen Hausse markiert wurde. Andere Indizes sind jedoch gemessen an ihrem Spitzenwert weitaus tiefer in den Abgrund gestürzt als der Dax. Manchmal dauert der Börsenmarkt dort schon Jahre an.


Verlust in Prozent gemessen am Rekordhoch (Stand 21. August 2015)
Quelle: Bloomberg

Es geht nicht nur um billiges Geld, sondern auch um Strukturprobleme der Weltwirtschaft, vor allem um enttäuschte Erwartungen an die Emerging Markets, die früheren Ostblock- und Drittweltländer, die die globale Ökonomie des 21. Jahrhunderts eigentlich anführen sollten:

Am weitesten entfernt von seinem Top ist der russische RTS, der fast 70 Prozent niedriger steht als im Mai 2008, als an den Märkten Russland-Euphorie auf Energie-Hype traf und sich gegenseitig verstärkten. Lange ist's her. Heute gilt die russische Wirtschaft als nicht zukunftsfähig.

Das fette Minus des österreichischen ATX (-53 Prozent) und des spanischen Ibex (-36 Prozent) zeigen an, dass auch in der Eurozone nicht jede Blüte zu einer Frucht reifte.

Am wenigsten unter seinem Rekordhoch notiert der amerikanische Dow Jones Industrial. Woraus man schließen kann, dass der amerikanische Leitindex entweder noch am meisten Korrekturbedarf hat.

Oder dass der US-Finanzmarkt für Krisen einfach nicht so anfällig ist wie der Rest der Welt. Amerika, du hast es besser!

(zuletzt geändert am 24. August 2015)

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