Donnerstag, 20. August 2015

Euro lässt als Reservewährung Federn


Die tektonischen Verschiebungen auf dem Devisenmarkt hinterlassen ihre Spuren im Reservestatus des Euro. Nach den jüngsten Daten des Internationalen Währungsfonds ist sein Anteil an den weltweiten Devisenbeständen 2015 deutlich zurückgegangen.


Der Dollar dominiert die Währungswelt


Im ersten Quartal stellte der Euro nur noch 20,7 Prozent aller ausgewiesenen Währungsreserven. Zwölf Monate zuvor waren es nach IWF-Angaben noch 24,5 Prozent. 

In die andere Richtung zeigt die Entwicklung beim Dollar. Die US-Valuta konnte ihren Anteil an den Währungsbestände von 60,9 auf 64,1 Prozent ausbauen. 



Quelle: Internationaler Währungsfonds (IWF)


Der Rückgang des Euro-Anteils rührt weitgehend vom Wechselkursrückgang. Die Reserven werden vom IWF in Dollar ausgewiesen, sodass Euro-Wertpapiere im Wert von sagen wir 800 Milliarden Euro vergangenes Jahr noch 1.120 Milliarden Dollar entsprachen, 2015 aber nurmehr 880 Milliarden. 

Von groß angelegten Verkäufen und einer Flucht der Notenbanken oder andere internationaler Investoren aus dem Euro-Kapitalmarkt kann also (noch) keine Rede sein. 

Jedoch zeigen die Institutionen auch wenig Neigung, ihre Positionen in der Gemeinschaftswährung aufzustocken und so den rechnerischen Wertschwund auszugleichen. 

Als erstzunehmender Rivale des Dollar auf der Weltbühne ist der Euro damit erst einmal passé. Und wie die Entscheidung des IWF vom 19. August klar macht, wird auch der Renminbi der US-Devise in nächster Zeit keine Konkurrenz machen. 

Es kann nur einen geben, heißt es im Film "Highlander", und (fast) genauso ist es im Kampf um die Krone der Weltwährungen

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