Mittwoch, 26. August 2015

DAS ist eine Epochenwende!

France isn't the biggest importer of German goods any more. For the first time in half a century.

Seit 1961 war Frankreich Jahr für Jahr Deutschlands wichtigster Handelspartner. Seit 2015 gilt das nicht mehr. Wie neue Daten des Statistischen Bundesamts (Destatis) zeigen, hat eine andere Nation unseren Nachbarn als wichtigsten Abnehmer von Waren "Made in Germany" überflügelt: die Vereinigten Staaten.

Nach Destatis-Angaben sind die Geschäfte mit Frankreich im ersten Halbjahr 2015 um vier Prozent auf 53,5 Milliarden Euro gewachsen. Die Exporte in die USA stiegen hingegen um rund 24 Prozent auf knapp 55,8 Milliarden Euro. Der günstige Wechselkurs hat dazu beigetragen, deutsche Autos etc. in Amerika noch attraktiver zu machen, kann aber nicht als alleinige Erklärung herhalten.

Vergangenes Jahr war Frankreich noch unser wichtigster Kunde. Doch die Strukturprobleme und die Wettbewerbsschwäche der zweitgrößten Euroland-Ökonomie fordern ihren Preis.Die Dynamik des Handels fällt deutlich zurück. Ob Frankreich den Status unseres Abnehmers Nummer eins je wieder erlangen wird?


Deutsche Exporte nach Zielländern. China stand 2014 an Position vier, Russland kam erst an 13. Stelle
Quelle: Destatis


"Eine Ära geht zu Ende", kommentierte Volker Treier, der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertags DIHK, die neuen Daten.

Recht hat er. Wenn etwas nach 54 Jahren zu Ende geht, kann man schon mal von Epochenwende sprechen. Auch und gerade in einer Zeit, in der schon jeder Fünfcent-Huster des Euro zum Paradigmenwechsel hochdramatisiert wird.

Übrigens hat man auch in Frankreich die Verschiebung interessiert zur Kenntnis genommen:

Les Etats-Unis supplantent pour la première fois la France comme premier client de l'Allemagne

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