Samstag, 15. August 2015

Asiaten verlieren Appetit auf Gold

Mag sein, dass die Zukunft der Weltwirtschaft in Asien liegt. Gewiss ist das nicht. Denn Innovation ist nichts, was sich einfach dekretieren lässt.

Sicher ist nur, dass sich die Zukunft des Goldpreises in Asien entscheidet. Die beiden Milliardennationen China und Indien mit ihrer historischen Wertschätzung des gelben Metalls sollten den Unzenpreis langfristig steigen lassen, lautet die Hypothese.

In Fernost gilt Gold (anders als vielfach bei uns) weniger als Angst- denn als Wohlstandsmetall. Mit steigendem Reichtum sollten Chinesen und Inder, aber auch Thailänder, Vietnamesen und Indonesier immer mehr Gold kaufen.Theoretisch stimmt das.

Doch das Jahr 2015 brachte einen herben Rückschlag. Vor allem das zweite Quartal war eine bittere Enttäuschung für Gold-Fans.


Quelle: World Gold Council


Private haben in Indien zwischen April und Juni ein Viertel weniger Gold nachgefragt als im gleichen Quartal des Vorjahres. Auch in anderen wichtigen Abnehmerländern ging der Absatz deutlich zurück, in Thailand zum Beispiel um acht Prozent und in Indonesien um 14 Prozent.

Der World Gold Council erklärt die schwache Nachfrage in Indien mit dem regnerischen Wetter. Aber war denn das 2. Quartal in ganz Asien verregnet? Schlecht war wohl eher das Währungswetter, das Edelmetall aus Sicht der asiatischen Emerging Markets erheblich verteuerte.

Indessen brachte das 2. Quartal auch einen Lichtblick. In Deutschland ist der Gold-Absatz um satte 22 Prozent nach oben geschnellt, bei Münzen und Barren (also reinem Investment-Gold) betrug das Nachfrage-Plus inmitten der Grexit-Angst sogar 24 Prozent.

Aber die in Deutschland abgesetzten 26,2 Tonnen entsprechen gerade einmal zwölf Prozent der Menge, die in China verkauft wurden. Die Zukunft des Goldes spielt eben doch in Asien

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