Mittwoch, 1. Juli 2015

Mao würde sich im Grabe umdrehen

China macht Fortschritte auf dem Weg zur klassenlosen Gesellschaft. Erstmals seit Gründung der Volksrepublik durch Mao Zedong 1949 gibt es im Reich der Mitte mehr Aktionäre als Mitglieder der Kommunistischen Partei.

Nach Angaben der zuständigen Behörde China Securities Depository and Clearing Co. zählt das größte kommunistische Land jetzt 90 Millionen Aktienbesitzer, verglichen mit 87,8 Millionen KP-Mitgliedern.


Chinesische Vasen im Aufgang eines Berliner Restaurants
Foto: Daniel Eckert


Allein im Juni sind mindestens sieben Millionen Depots dazugekommen. In den zwölf Monaten davor waren es schon insgesamt 40 Millionen.

Und der Boom kann sich fortsetzen: Wie Bloomberg berichtet, machen Aktien erst ein Fünftel des privaten Finanzvermögens aus, Bargeld und Bankeinlagen bringen es auf 45 Prozent.

Die jüngsten extremen Index-Ausschläge von bis zu zehn Prozent am Tag in Schanghai und Shenzhen sind ein klares Zeichen dafür, dass der Markt kurzfristig überhitzt ist und die meisten Neu-Aktionäre die Börse mit dem Casino verwechseln.

Erst im Dezember war China gemessen an der Marktkapitalisierung aller Börsenfirmen an seinem alten Rivalen Japan vorbeigezogen. Heute sind die chinesischen Aktien rund 50 Prozent mehr wert als die japanischen. Allerdings ist das Bewertungen von teils dem 300-Fachen des Jahresgewinns geschuldet.


Chinas Unternehmen sind an der Börse jetzt 7,7 Billionen Dollar wert – selbst nach dem jüngsten Rückschlag ist das die mit Abstand zweitgrößte Marktkapitalisuerung der Welt
Quelle: Bloomberg


Doch diese Exzesse ändern nichts daran, dass die Börse der Motor des Kapitalismus ist. Und das betont auch die kommunistische Regierung, die die Hinwendung der Chinesen zur Börse weiter fördern und flankieren will.

Mao Zedong würde sich im Grabe umdrehen

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