Samstag, 11. Juli 2015

Endlich Steuerzahlergedenktag

Was wäre, wenn wir all die Steuern und Abgaben, die im Laufe des Jahres anfallen, als erstes zahlen müssten - und erst danach unser verdientes Geld für den eigenen Gebrauch vereinnahmen dürften? Der Bund der Steuerzahler berechnet das seit ein paar Jahren und ermittelt so das Datum, bis zu dem wir "für den Staat" arbeiten. Je nach Entwicklung der fiskalischen Last rückt dieser Steuerzahlergedenktag im Kalender nach vorne oder nach hinten.

Im Jahr 2015 fällt dieser Steuerzahlergedenktag auf Samstag, den 11. Juli. Rechnerisch arbeiten wir seit exakt 11. Juli 6.14 Uhr für das eigene Portemonnaie. Damit brauchen die Bundesbürger besonders lang, bis sie ihre Verpflichtungen gegenüber dem Fiskus und den Sozialkassen abgegolten haben.

In den USA war der Tax Freedom Day bereits am 24. April. Der durchschnittliche Amerikaner darf sich also seit mehr als zwei Monaten frei von Steuern und Abgaben fühlen. Die Briten arbeiten immerhin schon seit dem 31. Mai in die eigene Tasche.

Der Steuerzahlerbund stellt nicht grundsätzlich in Zweifel, dass der Staat mit dem vereinnahmten Geld etwas Sinnvoll anstellt. Er will dafür sensibilisieren, wie wenig Verfügungsgewalt über unser Einkommen bleibt. Was dem Steuerzahler von einem verdienten Euro zur freien Gestaltung bleibt und was ihm an Ausgaben vorgegeben wird, zeigt diese Grafik:


Quelle: www.welt.de

Der Steuerzahlergedenktag leitet sich aus der Belastungsquote ab, die wiederum nicht nur direkte Steuern wie die Lohn- und Einkommensteuer, sondern auch indirekte wie die Mehrwertsteuer. umfasst. Erbschaftsteuer und Versicherungsteuer fließen ebenso ein wie EEG-Umlage und Rundfunkabgabe. Zur Ermittlung der Quote werden die Belastungen ins Verhältnis zum Volkseinkommen gesetzt.

Allein für die besonders umstrittenen Quasi-Steuern Rundfunkabgabe sowie EEG-Umlage arbeiten die Bundesbürger fünf Tage im Jahr

Im internationalen Vergleich ist in Deutschland vor allem die Belastung der Singles durch Steuern und Abgaben hoch, wie die OECD herausgefunden hat:


Quelle: OECD





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