Freitag, 19. Juni 2015

Warum verkauft Griechenland nicht sein Gold?

Griechenland steht knietief in der Kreide. Doch Vermögenswerte zu verkaufen, um einen Teil der Schulden zu begleichen oder die Haushaltslage aufzubessern, kommt für die Regierung offenbar nicht in Frage.

Dass das stolze Hellas keine Inseln verpachten will, kann man verstehen. Schwerer nachvollziehbar ist da schon, wie stockend die Privatisierung von Staatseigentum in den vergangenen Jahren vorangegangen ist, nämlich so gut wie gar nicht. Athen behauptet seit Jahren, dass am Markt kein fairer Preis zu erzielen sei.

Ein Ausverkauf des Tafelsilbers komme nicht in Frage. Dabei wären die erzielbaren Preise für Infrastrukturobjekte wie Häfen 2014 aus heutiger Sicht zum Fingerlecken gewesen.

Völliges Unverständnis wirft bei vielen Beobachtern die Tatsache hervor, dass Griechenland auch seine Goldreserven für unantastbar hält. Athen gebietet über einen Staatsschatz von 112,5 Tonnen.
Würde die nationale Zentralbank das Edelmetall verkaufen, könnte sie auf einen Schlag vier Milliarden Euro erlösen.

An Interesse mangelt es nicht. Andere Notenbanken stocken kontinuierlich auf und könnten die vier Milliarden auch zahlen. Zugegeben, das würde bei weitem nicht reichen, um die immensen Verbindlichkeiten nennenswert zu reduzieren.

Doch es könnte ein wichtiges Signal des guten Willens liefern, dass nicht immer nur die Steuerzahler anderer Länder für den griechischen Schlamassel einstehen müssen.


Während der Schuldenkrise gewachsen - Goldbestand der griechischen Zentralbank
nach Angaben von WGC/IWF


Besonders verwunderlich: Nach Daten des World Council hat Hellas seine Goldreserven in den Jahren der Krise und Not sogar (leicht) erhöht: um immerhin eine Tonne. Wenn das griechische Volk leidet, warum dann diesen Staatsschatz unangetastet lassen?

Die Bundesbank hat in der gleichen Zeit übrigens kontinuierlich Gold verkauft, um die Kassenlage des Finanzministers aufzubessern

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