Montag, 8. Juni 2015

Die verlorenen Jahre der Deutschen Bank

Wirtschaftlich war die Ära Jain und Fitschen für die Deutsche Bank ein Schlag ins Wasser: Ein Kurs sagt mehr als 1000 Worte: Am Freitag vor dem Rücktritt wurde die Aktie des größten deutschen Geldhauses ungefähr zu dem Preis gehandelt, wo sie zum Amtsantritt der beiden als Führungsduo im Mai 2012 stand. Der europäische Bankenindex konnte sich in der Zeit um 88 Prozent verbessern – obwohl er viele Institute aus Staaten enthält, die wirtschaftlich weitaus schwächer dastehen als Deutschland.


Rasender Stillstand an der Börse
Europäischer Bankenindex (rot) versus Deutsche Bank (weiß) seit 21. Mai 2012
Quelle: Bloomberg


Noch niederschmetternder: Im Gegensatz zur Mehrzahl der anderen Finanztitel konnte sich sich die Deutsche-Bank-Aktie an der Börse kaum vom Tief absetzen, das sind in der Großen Rezession 2009 markierte. Der Leitindex Dax steht weit mehr als doppelt so hoch wie vor sechs Jahren. 
Der Abstieg der "Branchenprimus" hat jedoch lange vor dem Führungsduo (infernale) Fitschen und Jain eingesetzt.
Die Marktkapitalisierung spricht Bände: Gehörte die Deutsche Bank in den Neunzigerjahren zu den zehn größten Geldhäusern der Welt, rangiert sie heute gemessen am Börsenwert nur noch im Bereich um Platz 50.
Selbst in der Eurozone kommt die Deutsche Bank lediglich an sechster Stelle, hinter Banken aus Krisenländern wie Spanien und Italien.

Von der Platzierung der Commerzbank wollen wir gar nicht erst reden. In der Weltrangliste schafft es die deutsche Nummer zwei nicht einmal mehr in die Top-100. Zur Erinnerung: Der Heimatmarkt von Commerzbank und Deutscher ist die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt und die mit Abstand größte Volkswirtschaft Europas.

Fast könnte man annehmen, es habe in der Bundesrepublik nicht nur eine Energiewende gegeben, sondern auch eine Geldwende 

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