Sonntag, 28. Juni 2015

Der Plan B des Janis Varoufakis

Der Grexit wird ganz anders sein, als sich ihn die meisten vorstellen.

Es ist organisatorisch und rechtlich unmöglich, den Gebrauch von Euro in Griechenland von heute auf morgen zu verbieten. Zunehmend plausibel erscheint jedoch, dass die Regierung in Athen eine Parallelwährung einführt, um ihre zahlreichen Beamten und Lieferanten damit zu bezahlen.

In einem weiteren Schritt könnte sie auch verfügen, dass Steuerschulden nur noch in der heimischen Währung beglichen werden. Dann würde sie ihre Bürger zwingen, Euro in die neue Drachme zu tauschen.

Es mag mehr als ein Zufall sein, dass ausgerechnet ein Mann griechischer Finanzminister ist, der als Ökonom einen Plan für eine solche Parallelwährung entwickelt hat: Janis Varoufakis. Der Links-Politiker hat in seinem Blog bereits im Februar 2014 vorgeschlagen, Hellas könne sich vom verhassten Euro unabhängig machen, indem der Staat Steuergutscheine ausgibt.



Kurs der bekanntesten Digitalwährung Bitcoin in Euro seit 2011
Die Varoufakis-Drachme würde sich vermutlich entwickeln wie der Bitcoin seit 2013 ... down, down, down
Quelle: www.bitcoincharts.com


In Varoufakis' ursprünglichem Plan hießen die Steuergutscheine "FT-coins" und basierten auf einer ähnlichen Technik wie Bitcoins. Man kann sie sich als digitale Drachmen vorstellen, die zusätzlich zum Euro im Land kursieren. Details habe habe ich in meinem Artikel in der "Welt" beschrieben.

Entscheidend ist aber: Sieht man auf die bisherige "Leistung" der SYRIZA-Regierung, könnte die digitale Drachme nur eine Weichwährung sein, die rapide an Wert verliert. Niemand würde sie freiwillig akzeptieren. Sie müsste den Bürgern von der Regierung aufgezwungen werden.

Es wäre die Wiederkehr der guten alten Inflationssteuer in Gestalt eines Staats-Bitcoin


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