Mittwoch, 20. Mai 2015

Grexomanie

Hat Griechenland bei einer kanadischen Firma Spezialpapier für neue Drachmen-Banknoten bestellt? Nein, sagt die Firma. Nein, sagt Athen. Egal, die Aktie steigt trotzdem.

Im 19. Jahrhundert gab es in Europa eine Gräkomanie: Alles wahrhaftig oder scheinbar Griechische wurde verehrt und begierig nachgeahmt.

Heute haben wir eine Grexomanie. Alles, was nach einem Grexit, einem Austritt Griechenlands aus der Währungsunion riecht oder riechen könnte, lässt die Leute ausflippen.

Grexit-Spezialpapierspekulationen haben einen kleinen logischen Schönheitsfehler: Wenn Athen sich wirklich für eine neue Währung oder neue Parallelwährung entscheiden sollte, wären neue Geldscheine bestimmt nicht die erste Sorge.

Athen könnte leicht in eigenen Druckereien und auf heimischem Papier Übergangs-Geld herstellen.
Ebenso wahrscheinlich ist, dass die neuen Drachmen nur als elektronische Währung existieren würden.

Damit würde gleich das Problem der Schwarzarbeit mit behoben


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