Mittwoch, 27. Mai 2015

Ärger mit Thesauriern

Das deutsche Steuerrecht kennt kleine Gemeinheiten, die sich nicht mehr nur mit der sprichwörtlichen Komplexität unserer Steuergesetzgebung erklären lassen, zum Beispiel diese:

Wer in seinem inländischen Depot Anteile an einem im Ausland registrierten Investmentfonds hält, muss Abgeltungsteuer zahlen - auf Erträge, die ihm nie zugeflossen sind! Das gilt für den Fall, dass es sich um einen thesaurierenden also nichtausschüttenden Fonds handelt, kurz einen Thesaurier.

Absurd daran: Werden die Anteile an dem Thesaurier irgendwann verkauft, fällt ohnehin Abgeltungsteuer an. Die vorausgezahlten Abgeltungsteuern aus Jahren lassen sich darauf anrechnen - aber wer hebt schon all die Daten über lange Zeiträume auf?

Um so komplizierter liegen die Dinge, wenn die heimische Depotbank von der Fondsgesellschaft nicht einmal die Höhe der thesaurierten (im Fonds verbliebenen) Erträge gemeldet bekommt und folglich nicht "nachrichtlich" in der Steuerbescheinigung ausweisen kann.

Dann müssen Anleger sich diese Informationen mühsam aus den Rechenschaftsberichten der Fondsgesellschaften zusammenklauben - und in der Anlage Kap ihrer Steuererklärung eintragen.

Die sauberste Lösung: Am besten nur noch ausschüttende Fonds kaufen oder aber Fonds, die in Deutschland aufgelegt wurden.



Von vielen Auslands-Fonds gibt es inzwischen eine ausschüttende Klasse

Quelle: www.welt.de


Und im Übrigen gilt: Wohl dem in Deutschland, der einen guten Steuerberater hat!

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