Sonntag, 31. Mai 2015

All die vielen Geisterfahrer!

Nanu, wo kommen bloß all die vielen Geisterfahrer her? 

So oder so ähnlich müssen sich die Bundesbürger fühlen, wenn es ums Thema Staatsverschuldung geht. Deutschland ist die einzige große Industrienation, der es in den letzten zehn Jahren gelungen ist, ihre öffentlichen Verbindlichkeiten zu reduzieren.

Die deutschen Staatsschulden sinken 2015 nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds auf 69 Prozent der Wirtschaftsleistung. Wohlgemerkt ist handelt es sich um einen Rückgang in Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP), nicht in absoluten Zahlen.


Deutscher Sonderweg? Die öffentlichen Verbindlichkeiten der etablierten Industrieländer in Prozent des BIP
Quelle: IWF WEO April 2015

Den Rückgang der Schuldenquote verdankt die Bundesrepublik ironischerweise auch der Euro-Krise mit Flucht in die Bundesanleihen als sicherer Hafen, mit niedrigen Kapitalmarktzinsen und mit schwachem Euro-Kurs als Folgewirkung.

Die anderen wichtigen Ökonomen haben ihre Schuldenlast sogar im Verhältnis zu ihrer wachsenden Wirtschaft vergrößert. Die Vereinigten Staaten stehen nun mit mehr als 18 Billionen Dollar in der Kreide, also mit rund 56.900 Dollar je US-Bürger.

Viel nützen wird uns die verhältnismäßig niedrige öffentliche Verschuldung Deutschlands am Ende wenig. Die internationalen Kapitalmärkte sind so vernetzt, dass wir dann mit dran sind.

Falls es irgendwann einen großen Crash der Staatsfinanzen gibt, wird nicht gefragt werden, ob damals Links- oder Rechtsverkehr herrschte oder wer sich an die Verkehrsregeln hielt -
und wer nicht


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