Freitag, 13. Februar 2015

Zeit für intelligente Investitionen

Deutschland hat es gut. Wie aus den neuen Daten des Statistischen Bundesamtes hervorgeht, ist die Wirtschaft im Jahr 2014 stärker gewachsen als erwartet. Trotz aller Ängste und Zweifel stand am Ende ein Plus von 1,6 Prozent.

Damit haben sich auch die Staatsfinanzen besser entwickeln als gedacht. Gräuelmärchen wie das von der "Schuldenapokalpyse" werden trotz der Verkaufserfolge gleichnamiger Bücher unglaubwürdig. Ja, mehr und mehr stellt sich die Frage, ob Angst vor Verbindlichkeiten nicht kontraproduktiv ist.

Treiben es es die Deutschen zu weit mit ihrer Schuldenaversion? Ein Blick auf die Zahlen lässt meiner Meinung nach erkennen, dass wir Spielraum für intelligente Investitionen haben.    


Von Schuldenapokalypse keine Spur
Staatsverschuldung Deutschland 1999-2014
Quelle: IWF/BMF/eigene Recherche


Das Statistische Bundesamt gibt das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) nun mit 2.908 Milliarden Euro an. Die öffentlichen Schulden von Bundesstaat, Ländern und Gemeinden liegen nach den neuesten verfügbaren Daten bei 2.044 Milliarden Euro.

Das ergibt nach Adam Riese eine öffentliche Schuldenquote von 70 Prozent. Würde die deutsche Bundesregierung ihre Verschuldung genauso messen wie die amerikanische Bundesregierung, also ohne Länder und Kommunen, kämen wir lediglich auf eine Quote von 44 Prozent.

Denn der deutsche Bundesstaat war Ende 2014 nur mit 1.283 Milliarden Euro verschuldet.

Auch eine andere Ziffer sagt, dass es keinen Grund zum Schulden-Alarmismus gibt: Bei erwarteten Staatseinnahmen von 300 Milliarden Euro sind die Zinsausgaben des Bundes (28 Milliarden) mehr als zehnfach abgedeckt.

Natürlich können die Zinsen eines Tages wieder steigen. Natürlich muss die Politik darauf achten, dass der Schuldenberg nicht übergroß wird.

In der Zwischenzeit sollten wir uns jedoch ins Gedächtnis rufen, dass es nicht Ziel des Staates ist, Gewinne zu machen, sondern den Bürgern Rechtssicherheit und Infrastruktur zur Verfügung stellen.

Mit der Infrastruktur ist es in Deutschland nicht überall zum Besten bestellt. Wenn Bund und Länder das Geld sinnvoll investieren, zum Beispiel in Schulen und Brücken, wäre auch ein kleines negatives Budgetsaldo kein Drama

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