Donnerstag, 5. Februar 2015

Wie man mit einem Wort vom Bankkunden zum Bankräuber wird

Mehr Sorgfalt beim "Plündern"

Wenn Wirtschaftsjournalisten "... plündern ihre Konten" schreiben und damit Bankkunden meinen, die ihr Geld abheben, zeigen sie damit, dass sie ihr Handwerk nicht verstehen. Nicht die Bankkunden, sondern die Wirtschaftsjournalisten.

Die Formulierung hört sich bombastisch an, ist aber in mehrfacher Hinsicht unsinnig.

Bankkunden haben einen Anspruch auf Auszahlung ihres Guthabens, folglich können sie das eigene Konto leerräumen, aber nicht "plündern". Plündern können sie allenfalls fremde Konten.

Dann freilich wären sie Bankräuber oder Trickbetrüger. Und dann sollten wir sie auch genau so nennen.

Einen Sparer als "Plünderer" zu bezeichnen, nur weil er sein Geld abhebt, wäre so, als würde man jemanden Autodieb nennen, der seinen Wagen verliehen hat und nach Ablauf der Frist zurückverlangt.

Auch die Wortherkunft von "plündern" verfängt nicht. Mir zumindest will es nicht einleuchten, das Geld auf dem Konto als "Plunder" zu bezeichnen, denn für die meisten ist das Ersparte hart verdient.

Disclaimer: Nichtwirtschaftsjournalisten sind von der Sprachkritik natürlich ausgenommen

1 Kommentar:

  1. Das ist doch mal ein schönes Thema :-) Und so wahr.

    Beste Grüße
    Ein Leser

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