Montag, 16. Februar 2015

Tsipras' gefährliches Spiel mit dem Feuer

Athen hat die Schuldenverhandlungen vom 16. Februar 2015 platzen lassen. Die Vorschläge der Eurogruppe seien "absurd" gewesen, ließ die griechische Regierung verlauten. Jedes weitere Gespräch auf dieser Basis liefe auf Zeitverschwendung hinaus.

Wir dürfen davon ausgehen, dass das brachiale Auftreten gegenüber den Geldgebern Taktik ist, um am Ende bessere Bedingungen herauszuschlagen.

Doch selbst das einkalkuliert, ist der Kurs von Alexis Tsipras ein gefährliches Spiel mit dem Feuer. Denn die Erwartung eines Grexit könnte schnell zur selbst erfüllenden Prophezeiung werden.

In dem Maß wie die Angst vor einem Währungsbruch steigt, wächst die Sorge der griechischen Sparer um ihr Geld. Es wächst der Leidensdruck, alles Geld von der Bank abzuheben.

Schon jetzt berichten die Kreditinstitute von einem Aderlass wie zu Zeiten der akuten Euro-Krise vor drei Jahren. Die offiziellen Zahlen der Bank of Greece reichen zwar nur bis Dezember 2014, doch verschiedene Medien berichten unter Berufung auf Bankenkreise, dass sich die Abhebungen auf nunmehr 20 Milliarden Euro belaufen.


Griechenlands Euro-Bankeinlagen sehen schon gefährlich ausgedünnt aus
Quelle: Bank of Greece/Januar 2015: Schätzung


Das Wohlergehen der griechischen Banken ist dem Sozialisten Tsipras möglicherweise egal. Die Angststarre, in die sein Handeln die griechischen Sparer und Unternehmen versetzt, könnte aber möglicherweise genau den wirtschaftlichen Kollaps auslösen, den der Premier nach eigenem Bekunden verhindern will.

Vom Zusammenbruch des griechischen Bankensystems bis zum Grexit ist es wirklich nur noch ein kleiner Schritt.

Da hilft es wenig, dass Trispras' Finanzminister Janis Varoufakis sich mit Spieltheorie auskennt. Derartiges theoretisches Wissen hilft dabei, das Spiel zu spielen und möglicherweise bis an die Grenze auszureizen.

Es gibt jedoch keine Garantie, dass das Spiel nicht außer Kontrolle gerät


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