Dienstag, 10. Februar 2015

Eine Billiarde Schulden

Nein, die Rede ist nicht von der Weimarer Republik und nicht von der deutschen Hyperinflation. Eine Billiarde, das ist die Summe der Yen-Schulden, die der japanische Staat aufgehäuft hat.

Eine Billiarde, das ist eine Ziffer, mit der normalerweise nur Astronomen zu tun haben, nicht aber Banker und Finanzexperten.

Trotz der unfassbaren Zahl von einer Billiarde Yen-Schulden - umgerechnet nach aktuellem Kurs circa 7,4 Billionen Euro - ist der japanische Staat weit entfernt, pleite zu sein, und von der Hyperinflation ist ebenfalls nichts zu spüren. Auch die Kapitalmärkte sind keineswegs schockiert.

Im Gegenteil. Von allen Nationen hat Japan die viertniedrigsten Finanzierungskosten überhaupt.


Die Rendite auf japanische Staatsanleihen mit 10 Jahren Laufzeit ist eine der niedrigsten der Welt,
auch wenn sie zuletzt etwas gestiegen ist Quelle: Bloomberg


Das liegt daran, dass nur 8,9 Prozent der Anleihen in der Hand von Ausländern sind. Im Fall der USA beträgt der Anteil der Auslands-Gläubiger 49 Prozent.
Fast die Hälfte der japanischen Staatsschulden liegt zudem bei drei öffentlichen Institutionen.

Ganz vorne steht die Bank von Japan, die Zentralbank, mit inzwischen 23 Prozent aller ausstehenden Papiere, gefolgt von der japanischen Post mit 16 Prozent und dem öffentlichen Pensionsfonds mit sechs Prozent.

Wegen der starken Stellung der öffentlichen Institutionen muss Japan keine Kapitalflucht und keine Finanzkrise befürchten. Allerdings gilt auch: Der Billiardenberg schafft keinen Wohlstand. Über die Schuldscheine wird lediglich Vermögen umverteilt


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