Sonntag, 1. Februar 2015

"Die werden ihre Schulden nie zurückzahlen."

"Die westlichen Staaten können ihre Schulden doch nie zurückzahlen. Die werden alle pleite gehen." Das ist einer der häufigsten Online-Kommentare überhaupt. Doch stimmt das? Zumindest mit Blick auf Deutschland scheint es keineswegs gewiss, dass die Schuldenlast erdrückend ist.

Aktuell verzeichnet die Bundesrepublik Deutschland Kapitalmarkt-Verbindlichkeiten von 1.158 Milliarden Euro. Hört sich nach viel an, ist aber weniger als das Vierfache der Staatseinnahmen. Auch das hört sich zunächst nach viel an, muss aber in Relation gesehen werden.

Wenn ein Arbeitnehmer einen Immobilienkredit aufnimmt, beläuft sich die Darlehenssumme häufig auf das Fünffache seines Nettojahreseinkommen, meist sogar mehr. 

Im Schnitt liegt dieses Jahresnettoeinkommen bei 32.000 Euro. Wäre der deutsche Staat mit seinem Faktor vier eine Familie, wäre er also mit erträglichen 128.000 Euro verschuldet. Der Unterschied ist: Während der einzelne Bürger sterblich ist, gilt das für den Staat nicht.

Schuldenmachen, das in Form von Infrastruktur-Investitonen die künftige Einnahmenbasis des Staates vergrößert, kann sinnvoll sein. Natürlich gilt nur dann nicht, wenn die Zinslast mehr und mehr anschwillt.

Auch das ist im Fall der Bundesrepublik aber nicht absehbar. Im Gegenteil: Die Zinslast hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr vermindert. Für 2015 rechnet die Finanzagentur des Bundes mit Zinszahlungen von 27,6 Milliarden Euro. Im Haushaltsentwurf für 2015 sind 26,8 Milliarden Euro vorgesehen. 

Das entspricht einer Durchschnittsverzinsung von 2,4 Prozent. Aktuell fließen nicht einmal mehr zehn Prozent des Bundeshaushaltes in den Zinsendienst. Nicht verschwindend gering, aber alles andere als erdrückend.

Und die Situation wird sich wegen der Niedrigzinsphase an den Kapitalmärkten in den nächsten Jahren weiter verbessern:
Nach Berechnungen der Royal Bank of Scotland (RBS) muss Deutschland bereits jetzt auf mehr als 60 Prozent aller Bundesanleihen gar keine Zinsen mehr zahlen. Zum Teil liegen die Renditen im negativen Bereich.


Im Bundeshaushalt ist der Schuldendienst der drittgrößte Posten
Quelle: www.welt.de


Das heißt: Die Bundesrepublik kann Geld damit verdienen, dass sie Schulden macht!
Klingt für mich wie ein unwiderstehliche Gelegenheit, die Mittel zu nehmen und sie in intelligente Infrastruktur zu investieren. 

Der deutsche Staat wird also so schnell nicht pleite gehen. Natürlich kann es trotzdem sein, dass uns morgen der Himmel auf den Kopf fällt. Bis dahin: Komm, Idefix, lass uns Abenteuer erleben!

1 Kommentar:

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    Augenwischerei ist das Behaupten, die deutschen Staatsschulden würden kleiner! Deutschland ist Meister im Schulden machen und Verschleiern! Die Tilgung folgender Schulden ist auch unmöglich! Die archivarischen Belastungen in den Grundbuchämtern der neuen Bundesländer, faule Bankbürgschaften für Sanierungen in den Neuen Bundesländern, Sozialkosten für Wohngeld i.d.N-B. , Abschreibungen für Pleite gegangene Immobilien GmbH ebenda! Schäuble, Merkel, Maas werden sagen: Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts!
    Ursprünglich geteilt von n-tv Der Nachrichtensender:

    Im kommenden Jahr will der deutsche Staat erstmals seit 1969 keine neuen Schulden mehr aufnehmen. Der Berg der Verbindlichkeiten des deutschen Staates wird bereits jetzt kleiner. Daran haben auch die "Bad Banks" ihren Anteil.

    Weniger deutsche Verbindlichkeiten: Schuldenberg schrumpft erstmals seit 1950 - n-tv.de
    n-tv.de

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