Mittwoch, 28. Januar 2015

Zwei verschiedene Welten

Bond-und Aktien-Anleger leben derzeit in zwei verschiedenen Welten. Wie folgender Chart, am Beispiel von Siemens, beweist:


Quelle: Bloomberg, eigene Recherche

Die Siemens-Aktie bietet aktuell eine Dividendenrendite von 3,5 Prozent. Sehr lang laufende Anleihen des gleichen Unternehmens bringen lediglich 1,2 Prozent im Jahr. Das Kuriose daran:
Bei derselben Firma als Renditebringer geben sich Investoren mit einer markant niedrigeren Bond- als Aktienrendite zufrieden.

Nur, wenn Siemens noch in zehn oder 20 Jahren gesund genug ist, seine Schulden zu tilgen, dürften der 1847 gegründete Konzern mit seinen etabliertem Geschäftsmodell (trotz zwischenzeitlicher Enttäuschungen) auch Gewinne erwirtschaften und Dividenden zahlen.

Sind die Bonds-Investoren zu pessimistisch? Oder die Aktien-Investoren zu optimistisch? Vielleicht haben ja beide recht. Vielleicht sind es Verzerrungen durch Regulierung, zum Beispiel diese:

Versicherer und Pensionskassen dürfen Unternehmensanleihen mit guter Bonität (Siemens hat A+) in fast beliebiger Menge halten, Aktien aber nur in geringem Maß.

Eine der beiden Welten könnte Investmentchancen bieten. Kapitalmärkte sind effizient, aber nur so effizient, wie es Regulatoren und (emotionale) Sparer zulassen.


Aktuell finden sich im Dax neben Siemens acht Dividendenaristokraten, also Börsenfirmen, die ihre Ausschüttung in den vergangenen zehn Jahren nie gesenkt haben:


Quelle: Bloomberg, Unternehmensangaben, eigene Recherche

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