Montag, 12. Januar 2015

Bitcoin-Spekulant, sei wachsam!

Vor einem Jahr erreichte die Bitcoin-Spekulation noch einmal einen Höhepunkt ...Vorübergehend wurde eine Einheit der digitalen Währung für 700 Euro gehandelt. Das war am 12. Januar 2014.

Seither ist viel passiert, positiv wie negativ. Für Investoren, die long BTC sind, also auf einen steigenden Bitcoin-Kurs setzen, senden die vergangenen zwölf Monate eine ernüchternde Botschaft:

Die zunehmende Verbreitung des Bitcoin als Zahlungsmittel lässt den Kurs nicht weiter steigen! Der Grund dafür ist interessant und lehrt uns auch einiges über Geld im Allgemeinen.


Der Absturz beschleunigt sich. Ein Drittel Wertverlust zum Euro seit Anfang Dezember
Quelle: Bitcoincharts.combitcoin.de



Quelle: Bitcoincharts.com, bitcoin.de


Der Zahlungsdienstleister BitPay berichtet jetzt von weltweit über 44.000 Akzeptanzstellen für die frühere Hacker-Währung. Das sind mehr als doppelt so viel wie vor einem Jahr. Kaum ein anderes Zahlungssystem dürfte sich so schnell verbreitet haben.

Auf den ersten Blick scheint es also gut zu laufen für das Kryptogeld. Hört man sich jedoch um, nehmen die meisten Geschäfte den Bitcoin deshalb so bereitwillig an, weil sie ihn heute in Sekundenschnelle in Euro, Dollar, Pfund etc. wechseln können.

Für die weitere Verbreitung des Bitcoin als Zahlungsmittel ist das vorteilhaft. Nicht jedoch für die Wetten auf einen steigenden BTC-Kurs. Das ist in etwa so, als würde man Gold beim Edelmetall-Händler kaufen und kaum vor der Tür wieder in Euro zurücktauschen.

In Sekundenschnelle weggetauschte Bitcoins erzeugen an den Handelsplätzen keine zusätzliche Nachfrage nach der digitalen Währung. Da das Angebot über Mining leicht wächst, geraten die Notierungen ceteris paribus unter Druck,

Ökonomisch gesehen fehlt dem Bitcoin eine wichtige Geldfunktion: die Wertaufbewahrungsfunktion. (Streng genommen fehlt ihm damit noch eine zweite Geldfunktion: die der Recheneinheit.)

Selbst im Bitcoin-Kiez Berlin werden die Preise weiter in Euro angegeben und auch so verbucht.

Durchbrochen werden könnte die Baisse nur dadurch, dass Bitcoin wieder verstärkt genutzt werden, Vermögen aufzubewahren oder in Sicherheit zu bringen. Im Russland der Rubel-Krise und im Griechenland der Grexit-Debatte ist das bisher nicht passiert.

Gefragt ist stattdessen Gold, und das ungeachtet der düsteren Prognosen der Banken für 2015.

Wenn Gold eine ewige Währung ist, ist Bitcoin derzeit allenfalls eine ephemere Währung

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