Donnerstag, 18. Dezember 2014

Wo hat QE eine Währung ruiniert?

Das Jahr 2014 ist ein Lehrstück dafür, wie deplaciert das Gerede vom Währungskollaps durch QE ist. Wenn Währungen dieses Jahr kollabiert sind, dann hatte das nichts mit quantitativer Lockerung (Anleihen-Käufen durch die Notenbank) oder aufgeblähten Geldmengen zu tun.

Eine Währung lebt vom Vertrauen der Bürger und Investoren. Entziehen sie ihr dieses Vertrauen, wie wir es 2014 zunächst beim Argentinischen Peso und dann beim Russischen Rubel gesehen haben, kann der Wechselkurs schnell ins Bodenlose fallen.


Der Russische Rubel ist 2014 so stark eingebrochen wie seit 1998 nicht mehr
Quelle: Bloomberg
Riesige Bodenschätze oder Goldbestände der Notenbank helfen wenig, solange die Geld-Nutzer nicht von der Stabilität und Verlässlichkeit der Institutionen überzeugt sind, die hinter einer Währung stehen.

Im Fall der USA und Großbritanniens hat die "Politik der rotierenden Notenpresse" sogar zu einer Aufwertung der Valuta geführt. Nicht zu einer Abwertung.

Man muss eben genauer hinschauen. Die Dinge sind komplizierter, als man denkt. Und sie sind vor allem komplizierter, als man allzu häufig schreibt

1 Kommentar:

  1. Wie beurteilen Sie die gestern durch die russische ZB angekuendigten Massnahmen und die anschliessende Erholung des Rubel + Aufwertung der Aktien von Sberbank, Rosneft & Co?
    Es sieht so aus, als haette die geplante Truebung des Investmentklimas dem Markt geholfen, das ist ziemlich unorthodox, oder? Faktische Kondition der russichen Wirtschaft und des Bankensektors und das Ausmass von Dollar-Verbindlichkeiten werden unter den Teppich gekehrt. Kann diese rosarote Brille auf Dauer helfen? Habe ich hier etwas falsch verstanden? Oder ist es nur eine Fassade, hinter der eine erneute massive Devisenintervention steht (RZB bestreitet das), quasi als notwendige PR-Kosten vor der heutigen Pressekonferenz?
    mfG
    Mac

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