Samstag, 27. Dezember 2014

Wie Han Solo aus "Star Wars" sein Geld anlegt

Die StarWars-Filme erlauben einige Rückschlüsse auf die Geldanlage der Protagonisten. Am besten informiert sind wir über die Investments von Han Solo und Luke Skywalker. Die beiden haben ihr Geld an der Börse angelegt, allen Marktmanipulationen des bösen Galaktischen Imperiums zum Trotz.
Han scheint sogar in Extremsituation interessiert an der Kursentwicklung zu sein.

Möge die Rendite mit dir sein, nicht die Riester-Rente!
Foto/Montage: Daniel Eckert/Pho.to Lab


Denn als er in Episode VI von den Freunden aus dem Palast von Jabba dem Hutten gerettet wird, fragt er, kaum vom Karbonit befreit, Luke als erstes: "Wie stehen unsere Aktien?" Der antwortet, etwas lapidar: "Unverändert."

Die mäßige Entwicklung der Aktien verwundert mich nicht. In einem autoritären Superstaat wie dem bösen Galaktischen Imperium war nun nicht viel anderes zu erwarten. Ich will gar nicht wissen, wie hoch die Steuern sind, die der Imperator seinen Untertanen abverlangt.

Das dürftige Leben der Feuchtfarmer auf Tatooine spricht Bände.

Über die Investment-Neigungen der anderen Protagonisten können wir zumindest solide spekulieren. Vom Imperator, dem früheren Kanzler Palpatine, dürfen wir annehmen, dass er sich ganz Aristokrat auf Grund und Boden kapriziert.

Gerade Alleinherrscher geworden hat Palpatine nichts Eiligeres zu tun, als ein gewaltiges Bauprojekt in Auftrag zu geben: den ersten Todesstern (Episode III), der nicht nur in einer Explosion endet, sondern auch in einem PR-Gau.
Nach der Zerstörung des ersten Todessterns investiert der Imperator unbeeindruckt und ziemlich einfallslos in ein weiteres größenwahnsinniges Projekt: Todesstern Nummer zwei (Episode VI).
Geld spielt scheinbar keine Rolle. Wir dürften aber annehmen, dass er die Steuerschraube dafür einmal mehr anziehen musste. Darth Vader stößt beim Besuch der Baustelle auf frustriertes Personal, das nur unter Androhung roher Gewalt zu Mehrleistung anzuspornen ist.

Darth Vader selbst scheint weder von Aktien noch von Immobilien viel zu halten. Sein Vermögen steckt der zum Sith gewordene frühere Jedi in schnelle Weltraum-Flitzer. So erscheint Vader in Episode IV mit einem eigenen Kampfjäger. Bei seiner Leidenschaft für Schnelligkeit und Risiko bleibt er sich treu. Schon der junge Anakin Skywalker hielt es sich zu gute, den schnellsten Podrenner sein Eigen zu nennen (Episode I). Ungewöhnlich auch, dass der zweite Mann im Staat selbst immer wieder ins Gefecht eingreift. Vader ist ein Borderliner, ein Hasardeur.

Vielleicht frönt er auch dem Glücksspiel?

Der Arbeiter Chewbacca dürfte seine Einkünfte in Technik-Kram tauschen. Und macht damit eine gute Rendite. Die Bastelei des Wookie am Millennium Falcon verdanken die Rebellen ihr Leben (Episoden IV-VI). Ein besserer Ertrag als verlängertes Leben und Sieg in der Schlacht lässt sich nicht vorstellen.

Ein Interessanter Fall sind die Jedi-Ritter. Offensichtlich handelt es sich bei den Jedi um einen Orden, der über keine eigenen Einkünfte verfügt, sondern sich qua Spenden und vermutlich eine Stiftung finanziert.

Indes dürfte das Stiftungskapital nicht allzu üppig sein, denn als Luke Yoda erstmals im Dagobah-System aufsucht (Episode V), findet er den letzten der Jedi-Meister dort in einer derart ärmlichen und unkomfortablen Umgebung vor, das nicht nur vom Essen her an ein unterfinanziertes Altenpflegeheim erinnert.

Denkbar, dass das Stiftungskapital der Jedi vom bösen Galaktischen Imperium konfisziert wurde, da es nicht auf sicheren Konten in der Schweiz untergebracht war. Die Abschaffung von Bargeld und Aufhebung des Bankgeheimnisses in einem totalitären Staat lassen grüßen.

Möglicherweise hat sich Yoda aber auch schlicht auf seine Riester-Rente verlassen. Da bleibt ihm als Single nicht viel übrig. Oder er hat darauf gebaut, dass die Anleihenrenditen nach 1000 Jahren wieder anziehen. Immerhin bleibt Yoda sein Eigenheim, und wer weiß, ob er unter seiner Matratze nicht auch eine paar Goldstücke versteckt hat?


Anmerkung. Im amerikanischen Original begrüßt Han Luke nach der Befreiung etwas anders: How are we doing? Umso witziger, dass man dem Piloten des Millennium Falcon in der deutschen Synchronisation der Siebzigerjahre die Frage nach seinen Aktien untergeschoben hat.
Hier der Originaldialog:

Luke: Han!
Han: Luke!
Luke: Are you all right?
Han: Fine. Together again, huh?
Luke. Wouldn't miss it.
Han: How are we doing?
Luke: The same as always.
Han: That bad, huh?

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