Dienstag, 23. Dezember 2014

Nur noch 157 Jahre sparen bis zur Rente - mit Bundesanleihen

Zehnjährigen Bundesanleihen sind ein ziemlich guter Maßstab dessen, was sich mit Rentenpapieren an Entrag erreichen lässt. Gemessen daran dauert beim aktuellen Renditeniveau 116 Jahre, um das eingesetzte Kapital zu verdoppeln.

Das gilt allerdings nur, wenn ich alle Zinsen reinvestiere und die staatlichen Abzüge außen vor lasse. Die derzeitigen steuerlichen Regelung (Abgeltungsteuer plus Soli) vorausgesetzt erhöht sich die notwendige Anlagedauer auf schlanke 157 Jahre.


Die Rendite der Bundesanleihe befindet sich seit Jahren im Sinkflug. Die Zinsen aller anderen Rentenpapiere ziehen nach
Quelle: Bloomberg


Mit Dax-Aktien dauert es auf Basis der historischen Rendite von acht Prozent bis zur Verdopplung neun Jahre, Steuern einkalkuliert zwölf Jahre.

Wenn ich glaube, dass die Aktien-Rendite etwa wegen des geringeren Wirtschaftswachstums auf etwa fünf Prozent sinkt, muss ich mit 14 Jahren rechnen, Nach dem Eingriff des Fiskus sind es 19 Jahre.

Man mag die Berechnungen für frivol halten. Denn warum sollte ich mein Kapital ohne Arbeit verdoppeln wollen? Indessen ist das genau das, was jeder bei seiner Altersvorsorge anstrebt. Wachstum des Sparkapitals, ohne zusätzlich einen Finger krumm machen zu müssen.

Wer davon ausgeht, dass er oder sie 40 Jahre arbeitet und 20 Jahre in Rente ist, muss rein rechnerisch ein Viertel seines Einkommens ansparen und dieses Angesparte verdoppeln, um keine Einbuße im Lebensstandard hinzunehmen.

Ob die Verdopplung des Angesparten über die gesetzliche Rentenversicherung erfolgt oder über private Investments ist mathematisch unerheblich.

Die privat Altersvorsorge über Lebensversicherungen, Investmentfonds etc. setzt ein stabiles Finanz- und Wirtschaftssystem voraus, die staatliche nachfolgende Generationen von Arbeitnehmern, die fähig und bereits sind, über Steuern und Beiträge genügend Geld für die Rente der Älteren aufzubringen.

Die Alternative ist nur: länger arbeiten

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