Dienstag, 9. Dezember 2014

117 Billionen für die Katz?

Das fragt die UniCredit, nachdem gestern die neue Wirtschaftsdaten für Japan herauskamen. Die Daten waren alles andere als erbaulich. Nicht für das dritte Quartal, schon gar nicht fürs Gesamtjahr. Obwohl die Bank of Japan seit April 2013 aus fast allen Rohren Liquidität pumpt und die genannten 117 Billionen Yen an quantitativer und qualitativer Lockung (QQE) bereit gestellt hat, liegt Japans Bruttoinlandsprodukt heute 2,2 Prozent niedriger als Anfang 2014.

Jetzt kann man darüber streiten, ob ein steigendes BIP das Alleinglückseligmachende ist. Allerdings wird man für 117 Billionen Yen (fast 800 Milliarden Euro) noch was mehr erwarten dürfen als steigende Aktien- und Rentenkurse. Die Ankurbelung der Inlandsnachfrage scheint Premier Shinzo Abe erst einmal nicht geglückt zu sein. Der private Konsum ist 2014 um 2,7 Prozent gesunken!



Quelle: UniCredit


Wie sehr die Abenomics (Gelddrucken plus höhere Schulden mit dem Ziel, die lahme Konjunktur wieder flott zu machen) in Problemen steckt, wird deutlich, wenn man Japans Entwicklung mit der anderer Wirtschaftsräume vergleicht. Trotz der verfeuerten 117 Billionen Yen steht die drittgrößte Ökonomie heute nicht weiter als da, wo sie bereits 2013 stand.

In der gleichen Zeit ist das reale BIP der USA um vier Prozent gewachsen, das Großbritanniens gar um 4,5 Prozent. Selbst die Wirtschaft der viel gescholtenen Eurozone expandierte stärker, nämlich um 1,3 Prozent, und das ohne groß angelegte monetäre Expansion.

Immerhin, der japanische Nikkei-Index hat seit Anfang 2013 um 77 Prozent zugelegt. So gesehen hat die Abenomics dann doch etwas gebracht

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