Sonntag, 23. November 2014

Korrelationen, die kaum mehr sind als Klischees

Im Fernsehen läuft derzeit eine Werbung für einen Anbieter von Finanzwetten: Wenn der Dow Jones fällt, steigt der Goldpreis, heißt es da ... und mit dem Wissen könne man gleichsam Geld nebenher machen. So einfach ist das. Und so falsch. Das Edelmetall verteuert sich keineswegs immer, wenn Aktien in den Keller gehen.

Bei näherem Hinsehen zeigt sich vielmehr: Gold und Börse ignorieren sich meist, sie entwickeln sich nahezu unabhängig voneinander. Wie aus einer Analyse der Kursbewegungen über viele Jahre hinweg hervorgeht.

Die Korrelation zwischen Dow Jones und dem Unzenpreis lag zwischen dem Jahr 2000 und heute bei -0,02 und damit bei nahe null. Kein Zusammenhang. Niente. Nada. Nix.

Für den Dax und Gold gilt: das gleiche.

Nach der Finanzkrise ist die Korrelation sogar leicht, wenngleich kaum merklich ins Positive gedreht.
Will sagen: Wenn überhaupt, gibt es eine minimale Tendenz, dass sich auch das Edelmetall verteuert, wenn Aktien teurer werden, Beide Neigungen sind jedoch so gering, dass sich schwerlich eine Handelsstrategie darauf aufbauen lässt.

Zur Einordnung: Die Korrelation zwischen dem Dax und dem Bund-Future liegt bei -0,4. Anleihen des Bundes haben eine ausgeprägte Tendenz zu jubilieren, wenn Dax-Titel den Blues bekommen - und umgekehrt.

Einen hohen Gleichlauf mit dem Index weisen dagegen BASF-Aktien auf, mit einem positiven Wert von rund 0,8. Der Börsenkurs des Chemiekonzerns strebt also fast immer in die gleiche Richtung wie der Dax.


Es ist nahezu unmöglich, sein Aktienportfolio mit Silber abzusichern
Quelle: Bloomberg, eigene Recherche


Ironischerweise gibt es auch eine positive Korrelation zwischen dem Dax und dem Silberpreis (der Wert liegt immerhin bei rund 0,2). Das heißt: Das vermeintliche Krisenmetall, mit dem sich viele Unbedarfte eindecken, um gegen den großen Crash gewappnet zu sein, läuft meist in die gleiche Richtung wie der Aktienmarkt.

Steigt der Dax, steigt oft auch Silber. Fällt der Dax, fällt oft auch Bruder Fahl. Was logisch ist, wenn man sich überlegt, dass das Weißmetall als Industrierohstoff ebenso an der Weltkonjunktur hängt wie das Geschäft der meisten Dax-Unternehmen

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